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Mirko Funke

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Ritawrote:
Wow, very interesting pictures!!!
Nov. 15
Yvonne~ wrote:
 
i hope you enjoy your enery part journey.
 
Best wishes~Yvonne
June 29
Thomas Lauckwrote:
Hello! I wish you a happy new year. The pictures are great. It must be a very exciting and interesting experience to see this face of south east asia. Best regards Thomas
Jan. 1

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April 15

one day in Costa Rica


borderpoint 5 Uhr, 32 Minuten. Der Bus setzte sich langsam in Bewegung und verliess die noerdliche Busstation der Hauptstadt Costa Ricas. Die Anreise von Bocas aus kam mir vor wie ein Tag, in Wirklichkeit zog sich die Odysse über mehr als 50 Stunden hin. Faehre, Bus, Grenze, Bus. Es war spaeter Nachmittag gewesen als ich endlich in San Jose eintraf. Ich wollte nicht wirklich viel Zeit hier verbringen. Als die Spanier ihren Fuss hier niedersetzten, wurde der Kuestenabschnitt “die reiche Kueste”, Costa Rica getauft, die Spanier wollten hier mehr Gold gesehen haben als in den Schatzkammern Spaniens. Hatte sich dies nicht ganz bewahrheitet und war die Region letztendlich weniger wichtig als die suedlichen Gefilde Perus und Boliviens, machte der Name nun einige Jahrhunderte später jedoch durchaus Sinn. Nach 20 Jahren praktizierten Tourismus jedoch hatte sich eine gewisse Sinnhaftigkeit ergeben. Preise wie in den USA, der Einzug der Mc Donalds Gesellschaft und eine im Vergleich mit den angrenzenden Laendern etwas zu sterile Kultur liessen mich zu dem Schluss kommen, den Transit vorzuziehen. Auch Nicaragua und Guatemala offerieren wunderschoene Nationalparks, bezaubernde Straende und atemberaubende Vulkanlandschaften. Und so war ich nach knapp 4 Stunden Schlaf im Hostel um 4.30 Uhr morgens am Busbahnhof angekommen und liess mich zur Grenze kutschieren. Eine weitere stundenlange Fahrt, danach das Grenzprozedere, ein kleiner Marsch hinunter zum Fluß.
jungle tree Langsam verliess ein Boot mit knapp 40 Locals die Grenzstation Costa Ricas. Vollgepackt mit Koffern und Kisten schipperte der Kahn mühsam aus der Anlegestelle in Richtung Nicaragua. Die Stimme eines Touristenführers hallte über das Wasser, eine Vogelexpedition stand anscheinend auf dem Tagesprogramm.
Touristenboote umzingelten das schmale Faehrboot, japanische Kameras amerikanischer Touristen nahmen das bis unter das Dach vollgeramschte Boetchen in den Sucher auf, die Zoomlinsen bahnten ihren Weg durch die dicht gefuellten Baenke, fokussierten auf zahlreichen einheimischen Gesichtern. Inmitten der Pakete und Menschen tronte ein etwas massiver gebauter Koerper, die weisse Hautfarbe des Eindringlings hob sich von der restlichen Masse ab wie ein Reiskorn inmitten eines Tellers Bohnen. Das Reiskorn war ich. Um mich herum hatten die Locals zahlreiche Habseeligkeiten in das Boot gehoben, diverse Elektroartikel für die benachbarte Grenzregion Nicaraguas. Nach einer Stunde passierten wir die nicaraguische Grenze. Drei Soldaten, die die Pubertaet vor einigen Monaten anscheinend erfolgreich bewaeltigt hatten, wurstelten sich durch die Papiere der Insassen, die Rechnung eines Fernsehers, der in der Mitte des Bootes aus einem Gepaeckberg emporragte, wurde zu einem der Soldaten hervorgerreicht. Der Grenzstuetzpunkt war ein Holzhaus mit Tarnanstrich, dahinter dichter Dschungel. “Bienvenidos a Nicaragua”, “Willkommen in Nicaragua”, las ich auf einem Schild.
Wenig spaeter setzte ich dann meinen Fuss aufs Festland. Endlich wieder in einem budgetaer ertraeglichen Areal. Dachte ich, kurz drauf zerstoerte die Restaurantbedienung einer kleinen Hafenspelunke jedoch meine Hoffnungen und nahm mir 7 Dollar fuer mein Begruessungsbier und ein wenig Reis und Fleisch ab. el castillo the river Ich warf einen Blick in meine Geldboerse und der Schrei nach einem Bankautomaten schallte mir entgegen. Gibts nicht. “No hay.”, entgegnete mir ein Mann, den ich nach dem naechsten ATM fragte. Auha. Ich tauschte meine letzten 40 Dollar, 2 Tage bis zur Faehre, das war nicht viel. Der Tauschheini streckte mir 6 Dollar entgegen mit der Bemerkung versehen, diese waeren angerissen. Nicht akzeptabel. 34 Dollar fuer 2 Tage, plus 14 Stunden Faehrfahrt. Nicht gut. Ich checkte den Preis fuer die Faehre. 9 Dollar. Das wird eng. Das Boot zur Festung, fuer die ich hier war, kostete 8 Dollar hin und zurueck. Blieben noch 17 Dollar. Nicht die Welt. Ich kaufte Bananen und Brot sowie Wasser, was als Ernaehrungsgrundlage fuer die naechsten beiden Tage diente, noch 15,50 Dollar. Vier Stunden schipperten lang schipperten wir dann den Fluss hinauf zu „el castillo“, einem Ort, welcher nun dem Namen nach auf Grund einer Festung als Touristensehenswürdigkeit diente. Als wir ankamen war es bereits stockduster und zusammen mit zwei Amerikanern stapfte ich durch die kleine Ortschaft, auf der Suche nach einer Bleibe. Nachdem die beiden in einem 2 Sterne Hotel Unterschlupf fanden, bezog ich Quartier in einem Domizil etwas anderer Art. 3 Dollar pro Nacht, da konnte man nicht zuviel verlangen. Das Abendessen mit 4 Leuten die ich auf dem Boot kennengelernt hatte, musste ich auf Grund budgetaerer Defizite ebenfalls ablehnen, wie ein gepruegelter Hund schlich ich aus dem Restaurant und liess mir einen Teller Reis mit Bohnen und ein Stueck Huehnchen von einem alten Muttchen in einem kleinen comedor servieren. jungle boat tripNach wie vor ein gewisses Grummeln in der Magengegend verspuehrend schlief ich in meinem kleinen Holzverschlag ein, hoffend, dass mein installiertes Mueckennetz auch die Spinnen und Kaefer, ein Meer von Spinnennetzen und diverse leblsose Panzer manifestierten ihre Existenz in meinem Zimmerchen, wuerde fernhalten koennen. Am naechsten Morgen, nach einem Bananenbrot und von meinem Gastgeber erschnorrtem Kaffee traf ich die vier Leute vom Boot wieder. Wir hatten ein Restaurant mit Kreditkartenzahlung ausfindig gemachtund schlossen einen Deal, wonach ich die Rechnung am Abend bezahlen wuerde, sie wuerden mir im Gegenzug das Geld fuer eine Tour durch den Regenwald vorstrecken. Excellent. Fuer vier Stunden tauchten wir in die Welt von Kaefern und Froeschen, Affen und Wildschweinen ein, sahen Iguanas (ziemlich grosse Echsen), Aligatoren und Schildkroeten. Am Abend dann warf ich einen Blick auf die Dschungelfestung. Ich hatte sie mir etwas groesser vorgestellt, sollte sie doch, den Fluss ueberblickend, Piratenangriffe auf Granada abwehren. Der Fluss, der dem riesigen See von Nicaragua entsprang schlaengelte sich bis zur Karibik durch und machte die Stadt im Herzen Nicaraguas dadurch zugaenglich fuer die internationale Schifffahrt und den Handel. Das wiederum lockte die Seeraeuber an. Und so schaute ich durch die Gemaeuer der kleinen Festung und genoss den Blick ueber die Dschungelumgebung.

English summary

I thought I could relax a bit from the ride down to San Jose all the way from Bocas del toro. But I had to realize there were only two buses a day going to the border and so it had to be. I got up at 4 and made my way to the bus station, some more hours later arriving at the border point. Passport control, another walk to the little river, from there with a long boat to Nicaragua. The boat ride was slow, about 40 passengers with mountains of luggage were crossing, me being the only western attendance but surrounded by tourists with their cameras looking for birds but pleased to see at least some rare species. I realized I had to get some cash but the little border town of San Carlos had no ATM or whatsoever. The change guy even pointed out that two of my notes were toren out, which left me with 34 dollars, diminished by the ferry fare to Granada and the boat to “el Castillo” I had a budget of 17 dollars for 3 days. After the boat ride I got a room for 3 bucks, a simple meal and slept under my moskito net hoping it would fight off spiders and monster beatles as well. In the end I was lucky. I was able to pay with my credit card for dinner for me and a couple who cashed me out that way. So I took a jungle tour and had a look over the river mouth in front of the fortress which gave this little village I was cast away to for 3 days: el Castillo..


April 13

christmas in Bocas del torro

christmas starfishKimi, meine kleine Nichte riss die Weihnachtspakete auf, der Weihnachtsmann sass in der Ecke und schaute dem bunten Treiben zu. Auch Tim, mein Neffe, quackelte froehlich vor sich hin, emsig damit beschaeftigt seine Weihnachtsgaben aus dem Sack des Weihnachtsmannes zu befreien und vom laestigen Geschenkpapier zu erloesen. Meine Schwester drehte die Webcam wieder in ihre Richtung, der Sound funktionierte dummerweise nicht und so wurde ich mit Hilfe einiger pixeliger Bilder und des Chats mit meiner Schwester in die winterliche Weihnachtswelt Deutschlands geholt. Komische Bescherung. Draussen nieselte es. Menschen schwirrten in Shorts und Regenschirm vorrueber. Ein wenig anders als sonste, dieser 24. Dezember 2008 auf Bocas del Toro, einer kleinen Inselgruppe im Norden Panamas.
Kurze Zeit spaeter hoerte es auf zu regnen. Meine Zimmermitbewohner und ich marschierten die Strasse hinunter, Todd, ein recht redsamer Typ schwatzte in spenglisch, einer Sprachmutation bei dem die Grundbasis Englisch mit wenigen Worten Spanisch durchsetzt war, einen Taxifahrer voll. Einige wenige Minuten darauf konnte er dann freudestrahlend christmas gangeine Fahrt an den Strand anbieten. 45 Minuten darauf tauchte ich meinen Schnorchel ins Meer und blickte hinunter. Zahlreiche Seesterne trieben im milchigen Wasser am weiss schimmernden Boden dahin. Weihnachtssterne der etwas anderen Art. Am Abend dann wurde ein deftiges christmas-dinner serviert, Truthahn, Kartoffelbrei, Gemuese. Dazu Bier und Rum. Gegen 4 Uhr frueh fand ich mich dann in einer Bar/Club wieder, leicht angesäuselt aber immernoch im Stande die Hueften im Takt zu bewegen.

Weitere drei Tage verweilte ich auf Bocas, entspannte ein wenig und genoss das Inselleben. Es war angenehm aber fern jeden Weihnachtsgefuehls. Naechstes Jahr dann wieder ohne Webcam und vor einem echten Weihnachtsbaum.

english summary

It was christmas without the normal feelings, an awkward mixure between homesick and happy about being at an island in the Caribean while people at home are freezing. Looking at my neice and nethew in front of Santa Claus opening their presents on the computer screen and chatting with my sister via skype couldn´t help it. People in front of the internet cafe were passing by with umbrellas and rain jacket due to a slight drizzl which disappeared a little later delivering us with a splendit christmas beach day...
February 08

Panama city and the canal


cargoship in the panama canalAuf dem weg die Treppen hinunter von der Gatun Gate Aussichtplattform krachte ich fast in eine weitere Gruppe amerikanischer Touristen. Es war als haette man einen bad-taste-contest ausgerufen. Knallbunte Hawaiihemden, Sandalen mit Socken und Krempenhuete warfen sich in mein zunehmend konterminiertes Blickfeld. Ich taummelte fuer einen Moment. Trotz gleissenden Tageslichtes schossen mir einige Blitze aus den zahlreichen Kameras der Modeterroristen entgegen. In einer Virtuositaet, die sonst nur Japaner an den Tag legen, wurden Photos aus aller Herren Winkel und im Sekundentakt geschossen. Was war hier passiert? Hatten die USA ihre Strategie geaendert und statt der sonst schon fast zur Normalitaet gehoerenden Entsendung ihrer Marines in die Regionen Zentralamerikas wurden nun Rentner an die Front geschickt? Sollte so den gemeinen Panamesen im Sinne biologischer Kriegsfuehrung das kalte Kotzen abgerungen warden um sie weiterhin gefuegig zu machen? Nicht weit gefehlt. Laut International Living Magazine ist Panama der Spot um seinem alternden texanischen Faltenhintern endlich die letzte Ruhe zu goennen. Der US Dollar hat seinen Weg als offizielles Zahlungsmittel auch hierher gefunden, die Regierung ist auch dank amerikanischer Invasion 1989 stabil und Sonne, jede Menge Gleichgesinnte sowie ein Konsumparadis und die Skyline Miamis machen das Leben billiger, angenehmer aber halt immernoch amerikanisch. Und die Menschen von Panama haben den Amerikanern ja auch viel zu verdanken. Zum Beispiel, dass sie ein eigenes Land haben.
Hatten die Amerikaner zunaechst 1846 aktiv zur Union von Panama und Kolumbien beigetragen, legten sie Panama 1903 die Losloesung ans Herz, was auch prompt geschah. Amerikanische Militaerschiffe vor Panamas Kueste machten dabei klar, dass Kolumbien besser die Fuesse still haelt. Was war geschehen? Ein gewisser Interessenwandel kehrte in den Staaten ein, nachdem man Mitte des 19. Jahrhunderts Gold im Westen, vor allem Kalifornien gefunden hatte. Das recht unwegsame Terrain im Zentrum des damals noch von Indianern bewohnten Gebietes zwang dabei viele Goldsucher zu einem Umweg ueber Zentralamerika. Ein Weg ueber den Istmus bot sich daher an. Eine Eisenbahnlinie war unter Verlust zahlreicher Leben gebaut worden, ging dank des Bauvorhabens durch Dschungel und Gelbfieber- sowie Malarieregionen jedoch pleite. Der Blick auf die Landkarte verriet: Ein Kanal muss her!
cargoship in the Gatun lockNach zaehen Verhandlungen mit Kolumbien ueber die Rechte am Kanal, die in der Sackgasse endeten, ersannen die schlauen Koepfe in den Staaten eine billigere Loesung. Was der Fusel fuer die Indios war die Unabhaengigkeit fuer Panama. Zugegeben, 40 Millionen US Dollar im Jahre 1903 sind vielleicht nicht unbedingt mit einer Muliladung Feuerwasser zu vergleichen, der Vergleich scheint jedoch im Sinne der im Trend liegenden Dramatisierung zu Ungunsten der Vereinigten Staaten von Amerika gerechtfertigt. Dennoch, was die Franzosen zuvor nicht geschafft hatten, einen riesigen, 80 Kilometer langen Graben zwischen Karibik und Pazifik zu schuerfen, verwirklichten die Ingenieure vom damals noch neuen Kontinent. Die Franzosen, die zuvor den Suez Kanal komplettiert hatten, mussten ab 1880 feststellen, dass das egyptische Klima um den Suez Kanal sich weitestgehend vom panamaischen unterscheidet. Regen, Malaria und andere Dschungelunannehmlichkeiten zwangen die Franzosen 1893 in die Knie, rund 22000 Arbeiter liessen ihr Leben. Knapp 20 Jahre spaeter begannen die Amerikaner erneut mit den Bauvorhaben, welches ein Jahrzehnt spaeter unter Mithilfe von 75.000 Arbeitern und Kosten von 400 Mio Dollar abgeschlossen war.
Ich wandt mich durch eine weitere Gruppe von Touris. Die grauen Hemden und der Tropenhut ihrer weissen Landsmaenner, die als Ingenieure die Arbeiterschaft dirigiert hatten, waren einem grauenhaften Ensamble gewichen. Polohemden waren in die ueber den Knien endenden beigen und mit Buegelfalte versehenen kurzen Hosen gestopft, hier und da wurde ein gruenes Hemd mit rosa Lilien zum Augenfeind. Ich schleppte mich in Richtung Ausgang, wo rund 10 klimatisierte Reisebusse eindrucksvoll die logistische Exekutive der Rentnerarmee darstellten. Ich blickte hinauf zur Aussichtsplattform, im Hintergrund konnte ich die Container eines deutschen Frachters langsam vorruebergleiten sehen. Die Gatun Schleuse stellt ein der drei Hauptschleusen des Kanals dar. Hier warden die Schiffe in ein 303 Meter langes und knapp 90 Meter breites Becken gehieft, wobei die meisten Schiffe, nach den Massen der Schleusenbecken gebaut, an jeder Seite nur einige Dezimeter Spielraum lassen. In einem 2stuendigen Prozess werden die Schiffe mit Hilfe von Zugseilen und Lokomotiven hindurchmanoevriert, passieren dabei einen Hoehenunterschied von 26 Metern. Danach fahren sie ueber den Gatunsee und danach durch den sogenannten Culebra Schnitt. Panama viejo ruina in front of modern skyline casco viejo ruina Hier wurde durch das urspruenglich 110 Meter ueber dem Meeresspeigel liegende Massiv unter Zuhilfenahme von 27000 Tonnen! Dynamit ein Schnitt bis auf den 26 Meter ueber dem Seelevel gelegenen See getan. Im Anschluss werden die Schiffe durch weitere Schleusenbecken zurueck auf das Niveau der Pazifikseite gebracht, nach rund 24 Stunden im Kanal und 80 Kilometer Wegstrecke haben sie somit den Istmus ueberwunden. Im Jahre 2003 wurden somit 666 Mio Dollar in Gebuehren erzielt, seit Ende 1999 mit Uebergabe der Kanalrechte an Panama stellt der Kanal somit 6,4 Prozent des jaehrlichen BIP dar und traegt somit dazu bei, dass auch in Zukunft ein vermoegendes Land mit einer westlichen Infrastruktur und einem anspruchsvollen Bildungssystem als amerikanisches Altersheim dienen kann.
Selbstverstaendlich muss man sich die Frage stellen, wo Panama nun waere, haetten nicht die USA ihre Millionen investiert und welches Land dies aus reiner Naechstenliebe getan haette. Und so waren nicht alle Einwohner Panamas mit der kompletten Uebergabe des Kanalgebietes und dem Rueckzug von 7000 US-Troops aus den Militaerstuetzpunkten einverstanden. Schliesslich hatten die US-Truppen 16000 Panamesen zur Beschaeftigung verholfen, und trugen somit zu Ausgaben bei, die rund 5 Prozent des BIP Panamas darstellten. Zusaetzlich hatte die Panama Canal Gesellschaft jaehrlich 110 Millionen Dollar in die Fiskuskassen und diverse kostspielige Modernisierungsmassnahmen vorgenommen. Die etwas Schwarz-Weisse Bad-Boy-Amerika Darstellung der vorherigen Zeilen ist dementsprechend mit Vorsicht zu geniessen, es bleibt jedoch der Vermerk, dass viele Amis fuer Panama das sind, was viele Deutsche auf Mallorca preisbieten: Der Schaulauf schlechten Geschmacks und lauten Getoeses.

Panama city skylineZurueck in Panama City trabte ich eine wenig durch den Grosstadtjungel. Malls, Mc Donalds, riesige Wolkenkratzer. Verkehrsstaus, Laerm. Englische Schilder wo man hinschaut. Bevor Sonnenaufgang schaelte ich mich aus den Federn und trollte in Richtung der imposanten Ruine in Casco Viejo, einem der aelteren Stadtteile. Mit Blick auf den Pazifik und einige Frachter am Horizont ging die Sonne auf und tauchte die gelblichen Waende des ehemaligen Clubhauses in ein goldenes Licht. Ein Pool und diverse riesige Raeume zeugten davon, dass hier einmal Feste und Parties gefeiert wurden. Nun waren die Gemaeuer von Katzen, Hunden und Seevoegeln als Heim- und Brutstaette beschlagnahmt.
Am Vormittag besuchte ich dann Panama Viejo, welches bis 1627 knapp acht km vom neuen Stadtkern existierte, war die urspruengliche spanische Siedlung, wie sie 1519 ins Leben gerufen wurde. Als wichtige Durchgangsstation fuer die Gold- und Silbertransporte in Richtung Spanien war es von immense Bedeutung und zu Beginn des 17. Jahrhunderts wohl die reichste Stadt in den spanischen Kolonien. Nachdem Morgan und seine 1400 Mannen das San Lorenzo Fort auf der Karibikseite ueberrannt hatten, schlugen sie sich durch dichten Dschungel unweit des jetzigen Kanals und dann entlang des Chagres Flusses. Die Parole “Das Land wird uns ernaehren” ging nicht ganz auf und der knapp 9 taegige Marsch endete fast im Hungertod, haetten die Piraten nicht ein paar Ledertaschen gefunden, die die Spanier auf der Flucht zurueckliessen. Mit einer Ledertaschensuppe im Magen, die anscheinend genug Energie suggerierte fielen die Piraten von zwei Flanken in die fuer uneinnehmbar geltende Festung ein und pluenderten die Stadt. Anscheinend hatten die Stadtherren die Schaetze vorher in Sicherheit gebracht, nicht zum Wohlwollen der gastierenden Seeraeuber. Die Branntschatzung der Stadt endete in der voelligen Zerstoerung, die restlichen Ruinen sind in einer Kurve entlang einer vielbefahrenen Strasse gut sichtbar und wirken ein wenig bizarr inmitten der sonst so modernen, im Anblick der alten Gemaeuer fast monstroes wirkenden Grossstadt.

english summary

The Panama canal was an impressive experience. From the perspective of historical, ingenieuric craftsmenship and cultur. Taking a train to Colon and visiting the Gatun lock made me see two important things. The whole length and the terrain along which the canal stretches and one of the three major locks which functions as a giant elevator for the 80km long canal. I also experienced something I wasn’t realy up to. American tourists. Correction. American old tourists. Correction. American old tourist with the worst fashion style ever. Not sure if the word fashion should be used here, since it was more violated than anything else. Nevertheless, having been at the lock before the crowd rocked up me and 2 guys from the States, who emigrated from Israel some years whole lookout for us and could watch the proceedings of a german cargoship being elevated by 26 meters to the levelof the Gatun-lake which builds the largest surface of before had the the canal. I watched how 6 locomotives howled the large ship through the gate, leaving less than a meter on either side of the lock (most cargoships in the world are built according to the measurements of the Panama canal locks). The train ride along the canal lasted about an hour and passing through thick jungle one could imagine the hardships of the construction. Thus not surprising that the first attempt with a total death toll of 22000 workers ended unsuccessful and the French engeneers willingly sold the concession for the rights, not so much the Clombians though, which Panama was part of by then. But the sneaky bastards in Washington who wanted, due to a high demand following the gold rush in the western states (and with that a desireable travelroute to avoid the dangerous path through the central states) to built the canal and came up with another idea. They supported Panamas independence, which was quickly declared in 1903 and protected them from Columbian efforts of reclaiming their territory. Starting in the year 1904 the decade lasting construction started with a total workforce of 75000 men and a spending volume of about 400 Million Dollar. The investment was returned and the following years the US but also Panama profited so then the USA turned over the canal in the end of 1999 Panama gained control over a profitable business, now representing around 7 percent of its GDP.
We returned to Panama city with a public bus after making our way through approximately 300 tourists with socks in sandals, Hawaii shirts and strange hats, crimes annually commited by German tourists in Mallorca. But whats the reason for the overpowering presence of old Americans? The Inernational living magazine gives the answer, claiming Panama as the number one destination for retirement. The dollar as their currency, a stable government, a good education system, which teaches their citizens English and a skyline comparable to Miami gives American old buts the feeling of being home but with cheap prices and a carribean climate.
January 29

Cartagena and the Way to Panama


pirate in front of naval history museum horse carriage in old town Ich schaute auf einen Glaskasten, im Inneren fand sich ein Modell von Cartagenas vielen Burgen, Forts und Festungen. Tag 5 meines Cartagenaaufenthaltes war angebrochen. Die ersten beiden Tage hatte ich in einem Radius von zwei Strassenblocks zugebracht. Das Internetcafe war gegenueber und vier Restaurants waren im Humpelumkreis. Ich kannte sie alle. Tobi hatte nach drei Tagen alles gesehen und war bereits nach Medellin aufgebrochen. Ich blieb zurueck. Alle 6 Stunden eine Antibiotika, alle 8 eine Schmerztablette. Ich schaute auf das Modell Cartagenas. Die Stadt siedelte am Rande einer Bucht, die wiederum von einer auesseren Bucht ummantelt wurde. In der auesseren Bucht fand sich zudem eine Insel, die auf beiden Seiten den Zugang verengte. Eine perfekte Situation also um sich einzuigeln. Nachdem das paepstliche Dekret der Aufteilung der Welt zwischen Portugal und Spanien nicht wirklich aufging, weil sich einige Nationen nicht damit abfinden wollten, dass Gewuerze, Gold und Silber nur in deren Kontore verschifft wurden, fand Piraterie grossen Anklang und wurde am Ende von der englischen Krone ermuntert. Die perfekte geographische Lage machte Cartagena zu einem perfekten Umschlagplatz fuer den spanischen Gold- und Silbertransport aus Mexiko, Peru und Bolivien. Dennoch wurden einige Male die grossen Festungen von geschickten Manoevern ausradiert, Francis Drake als einer der ersten, der ein riesiges Loesegeld als Gewinn verbuchen sollte. Ich schaute mir die anderen Modelle hier im Nautikmuseum an. cannon in San FelipeDie vielen Piratenangriffe wurden erklaert, meist jedoch auf Spanisch. Doch ich hatte Recherche betrieben und so konnte ich eines der Modelle in den geschichtlichen Zusammenhang bringen. Die spektakuelaere Schlacht und eine der entscheidenden Schlachten eines Krieges, der begonnen hatte, weil ein englische Kapitaen ein Stueck seines Ohres verloren hatte: die Schlacht um Cartagena de Indias im Jahre 1739. Auf der einen Seite ein gestandener englischer Admiral, Edward Vernon, ihm gegenueber Don Blas de Lezo, der verwechselnde Aehnlichkeit mit dem Piraten vor dem Museum gehabt haben musste. Nur mit dem Unterschied, dass ihm neben dem linken Auge und dem linken Bein, wie es der Pirat vorweisen konnte, auch der rechte Arm fehlte. Er hatte seinen Dienst fuer Spanien offensichtlich getan. Die englische Invasionsarmee bestand aus 26400 Mann, de Lezo konnte 3600 vorweisen, 186 englische Schiffe standen 7 spanischen Fregatten gegenueber. Die Spanier hatten jedoch weitere Waffen. Zahlreiche Kanonen auf diversen Festungen und General Gelbfieber, der die Englaender letztendlich zum Aufgeben zwang, da de Lezo die Schlacht bis in die Regenzeit verzoegert hatte. Kurz bevor die Englaender die Stadttore erreichten raffte sie das Fieber dahin wie die Fliegen. Die englische Krone hatte bereits Siegermedaillen giessen lassen. Die Englaender hatten einfach kein Glueck. Rund 40 Jahre zuvor hatten die Franzosen Cartagena deutlich erfolgreicher gepluendert, mit einer deutlich kleineren Flotte, fanden sich aber auch nur schwachen Spaniern gegenueber. Auf dem Rueckweg nach Frankreich wurden sie dann von Admiral Nevell verfolgt, der eines der Schiffe kapern konnte. Das Hospitalschiff mit Gelbfieberopfern. 1300 englische Seeleute, 6 Kapitaene und der Admiral segneten daraufhin das Zeitliche, waehrend Frankreich die Schaetze der Spanier danken in die Staatskassen fliessen lief. Ich huepfte hinaus auf die Strasse, liess mich vor dem Piraten nieder und schaute mir meinen Zehverband an. Gelb und rot, eine breiige Masse pulsierte mir entgegen. Zumindest kam der Mist jetzt langsam raus. Es muss der Insektenstich im Tayronapark gewesen sein. Nun hatte sich die Entzuendung langsam zur Oberflaeche vorgearbeitet. Ich schunkelte durch die Altstadt, schaute mir den Palast der Inquisition an, wo einige Folter- und Mordwerkzeuge das dunkle Kirchenzeitalter darstellten. Von der Stadtmauer aus blickte ich hinunter zum Meer. Die Sonne senkte sich, dennoch war der Sonnenuntergang ein eher bizarrer Anblick. Vor dem Stueck Mauer auf welchem ich sass, Teil der insgesamt 11 Kilometer langen Steinbarriere, stand ein riesieges aufblasbares Piratenschiff. Dahinter die vielbefahrene Strasse, dahinter die karibische See. Weihnachten war nicht weit und dies manifestierte sich in diversen aufblasbaren Elfen, Krippen, 3 heiligen Koenigen und Weihnachtsbaeumen.
Carpurgana dock
5 Tage spaeter blickte ich auf einen weiteren Weihnachtsbaum. Er war aus Tarnnetzen gebastelt, Lametta und rote Kugeln leuchteten in der Mittagshitze. Dahinter ein Bunker, davor umhuellt von einer Plane eine Art Maschinengewehr. Weihnachten an der panamaischen Grenze. Ich hatte alte Bekannte in Cartagena getroffen. Jodie und Glenn, meine Studikumpanen aus Peru, in die ich auch zuvor in Ecuador und Kolumbien gelaufen war, hatten mit mir die Reise zum Dariengap angetreten. Strassen gibt es hier nicht. Jedenfalls keine groesseren. Der Highway hoert kurz vor einer Stadt namens Turbo auf und beginnt knapp 150 Kilometer weiter dahinter wieder in Panama. Dazwischen Dschungel und kplumbianische Guerrillas. Von Turbo aus waren wir mit einem Boot zur panamaischen Grenze geritten, wobei die Tayrona-Bootsfahrt dagegen eine Gondelfahrt durch Venedig dargestellt hatte. Jodie, die Bootsausfluege generell nicht preferierte hatte diverse Male ihre Gesichtszuege verloren. yammi toeEinige Male fiel unser Schnellboot in Wellentaeler oder krachte in eine hohe Wellenwand. Kein Auge blieb trocken. Danach standen einige Tage der Entspannung und Fusskurierung an. Es war nunmehr 2 Wochen her, dass ich in irgendein Insekt am Strand von Tayrona getreten war. Was als harmlose Beule gestartet war, liess den Eiter bald nur so fliesen und hatte einen kleinen Krater hinterlassen, dazu hingen Hautfetzen, aus denen man locker einen kleinen Zeh haette basteln koennen, lose herunter. Drei Wochen spaeter schrieb mir Jodie, dass sie zwei weitere Backpacker mit selbigen Symptomen gesehen hatte. Sie hatten jedoch die richtigen Medikamente bekommen, denn das was ich als banale Fussinfektion aufgefasst hatte, war doch etwas Neues. Fliegenlarven. Ich war von Insekten geschwaengert worden. Eine recht unangenehme Vorstellung. Aber nun war alles gut. Ein wenig Sonne, Strand und spektakulaeres Essen von Nary, unserer Gastgeberin und ich war bereit zu neuen Missetaten. Nun setzte ich das erste Mal meinen Fuss auf einen neuen Landstrich. Ich war in Panama, Zentralamerika. Ich blickte auf den Weihnachtsbaum. Dahinter die Rollbahn und eine 20sitzige Maschine. Kurz darauf hoben wir ab und 50 Minuten spaeter war ich dann in Panama-City, weitere 2,5 Stunden darauf durch die Sicherheitskontrollen.

English summary

The infection was quite persistent and during the first two days I could only reach the 4 restaurants and the internet cafe in a block distance. Still painful at day 5 I hoppeled to the old town and visited the museum of naval history. Having spend hours and hours in the internet I knew the history of the city quite well. In front of me was a model with the city. Situated in a bay, which again was placed in another outer bay the defense of the city was naturally to its advantage. The position in the carribean empire thus made it a rich and well fortified city in the 18th empire, bringing in goods from europe and slaves from africa as well as serving as one of the main ports channeling the rich treasures of the south american colonies like Peru and Bolivia back to Spain. With that came piracy and privateering since England and France were not that lucky with their share of the oversea colonies in South America. Looking down at the model a vast series of fortresses, batteries and castles, some 20 fortifications surrounded the city. A lot of them couldn´t help the city, Cartagena was looted by Francis Drake, the French sized and looted the city at the end of the 17th century, although heavily fortified. Nevertheless did the city stay in spanish hands and had Admiral Vernon in the english-spanish war soem 40 years after the french looting not found Don Lorenzo as his opponent the history of the colonies and thus Europe would have been written different. The spanish Don Lorenzo, having lost the left eye, right arm and left leg in various battles, postponed the english invasion, which outmanned the spannish by the factor of 8 with 186 vessels counting on the english side and some 7 on the spanish one. In the end the english alreadu declared victory but with the rainy season came Lorenzos strongest ally – yellow fever. The english invasion troops were decimated immidiately after the first wave of the plague struck and retreated to England with shameful news after the crown already had minted coins of victory. I walked around, looking at all the models from fortresses and battles fought by French, Buccanears and English invaders, trying to imagine what the city of Cartagena with its slave market, rich noblemen and trading merchants must have looked like some 200 years ago, at the peak of its importance for the spanish empire.
Limited in movement I visiting a fortress and the Inquisition palace and spent most of the time in internet cafes before taking off to the Darien, the stretch of jungle which connects the Colombia and Panama Isthmus. Bumpy boatrides, nice beaches and good food were the bulletpoints for the next days. I spent one hour in Turbo to clean my toe, the surgery providing some nasty views and a cupfull of puss it seemed. But 3 days later I was able to walk again without problems so I took off to Panama, taking another boat and a domestic flight from a little town called Puerto Obaldia near the boarder to Colombia.

January 26

Parque Tayrona and the lost city


sunset in Taganga parque Tayrona Santa Marta entpuppte sich als ein Moloch, welches man moeglichst meiden sollte. Und so machte ich mich flinken Fusses auf den Weg nach Taganga, im Guidebuch beschrieben als kleines Fischerdorf mit netten Menschen und schoenen Straenden. Genau das Richtige nach dem ganzen Regen, dachte ich mir. Tobi, seines Zeichens gebuertiger Hamburger, nun Wahlberliner, hatte die 15minuetige Busfahrt mit mir angetreten, schnell fanden wir eine Bleibe, schnell noch ein Bierchen am Strand gezischt und ab ging es ueber die felsigen Cliffs zum Playa Grande. Der Himmel strahlend blau, strauchelten wir durch die Hitze die Kueste entlang. “A la Orden” kraehte mir eine Frau entgegen, ,als wir am Strand ankamen, und wies auf eine Hueste hinter ihr, in der rund 10 Tische den Schluss zuliessen, dass es sich hierbei um ein Restaurant handelte. Ich liess den Blick kurz schweifen. Zu meinem Erschrecken musste ich feststellen, dass auch die restlichen 70 Meter des Strandes mit diesen Huetten bepflastert waren. Nahtlos ging eine Strohdachhuette in die naechste ueber. “A la Orden” von allen Seiten. “A la Orden” war mir das erste Mal in Bogota begegnet. Eine Verkaeuferin stand vor ihrem Geschaeft, verstellte mir geschickt den Weg und fragte “A la Orden?”. Eine gewisse Kinderstube genossen habend, kam mir nicht wirklich in den Sinn, wie man normalerweise auf diese Sitte reagieren sollte: IGNORIEREN. Nun, nach meinem mindestens hundertsten “A la Orden” war ich weniger skrupellos und schickte saemtliche Saft-, Luftmatratzen- und Strandstuhlverkaeufer in die Wueste. Das war also der Strand. Nach einem weiteren 30minuetigen Hike zum zweiten Strand, fanden wir heraus, dass dieser absolute unbrauchbar war. So gingen wir zurueck zum Playa Grande und machten uns am naechsten Tag auf den Weg zum Parque Tayrona.
Eine weitere Welle klatschte mir ins Gesicht, meine Sonnencreme lief mir brennend in die Augen, die Lippen benetzt von einem Salz-Chemie Gemisch. Die billige Sonnenmilch hatte einen gar wiederlichen Geschmack. Seit 2 Stunden rauschten wir nun an der karibischen Kueste Kolumbiens entlang, 10 Leute im Boot, 2 Motoren a 250PS katapultierten uns durch die Wellentaeler oder frontal in eine 2 Meter hohe Wasserwand. Alle 3 Minuten peitschte uns die Gischt in das mittlerweilen nicht mehr ganz so entspannt wirkende Lachen. Irgendwann kamen wir dann am Strand an. Eine Palme, ein Bungalow auf einem Felsvorsprung ueber dem Meer, weisser Sand und rundherum dichter Wald. Das Paradis war gefunden. Die naechsten Tage waren entsprechend entspannter. Ich kletterte die Felsen entlang und schnitt mir ein wenig die Fuesse auf, lief in ein Insekt, ansonsten aber alles schmerzfrei. Vormittags Sonne, Nachmittags Regen, Abends Bier. Nach 3 Tagen dann ein zweistuendiger Fussmarsch durch den Park, entlang diverser Schlammpfade, durch dichten Wald. Zurueck im Loch von Santa Teresa verloren wir dann nicht viel Zeit. Tobi sass im Internetcafe und lud seine Bilder hoch, ich fand einen Guide, der uns zur ciudad perdida, der verlorenen Stadt bringen sollte. Alle paar Minuten rannte ich ins Internetcafe und fragte Tobi ob er einverstanden waere. Zuerst mit der Tour, dann die Abfahrt, der Preis, EInkaeufe am Morgen. Tobi war entspannt und antwortete artig mit “Ja”, jedesmal wenn ich an seinen Rechner gestuermt kam.
lost city hike rainforestKogi kid Unsere Gruppe war ein wenig vergraetzt, so schien es. Dank uns hatte sich der Abfahrtstermin um eine schlanke Stunde verschoben, unsere Einkaeufe verliefen ein wenig langsamer als geplant. Nun jedoch sassen wir in unserem Jeep, der die besten Jahre bereits hinter sich hatte. Er erinnerte ein wenig an eine alte, bayerische Baeuerin. Rubust, laut und schniefend und nicht sehr ansehnlich. Dennoch schaffte er es irgendwie die Berge hinauf. Die 6 Tage Tour verlief ein wenig ungluecklich fuer mich und ich kann das “Typisch Mirko” meiner Mutter sicherlich bis hierher hoeren, sollte sie dies lesen. Der erste Tag war nass, nach schlammigen Pfaden und extreme nebelverhangenen Aussichten auf die Dschungellandschaft kamen wir weit nach Einbruch der Dunkelheit an, zurueckzufuehren auf unseren verspaeteten Aufbruch. Mittlerweilen hatten wir uns jedoch mit unserer Gruppe, bestehend aus einem weiteren Deutschen, einer Amerikanerin, einem Franzosen sowie einer Franzoesin mit kolumbianischen Wurzeln und einer Australierin, arrangiert. Wir hingen unsere Klamotten zum Trocknen und duschten. Ich stellte fest, dass ich meine lange Hose vergessen hatte. Nicht so clever. Die Naechte waren Frisch und die Moskitos hungrig. Weniger zu tragen. Am zweiten Tag marschierten wir durch eines der Kogui Doerfer, unser Guide erklaerte uns die Traditionen der Koguis, die seit hunderten von Jahren das Gebiet bevoelkern. Recht rationell denkend und handelnd, entledigt man sich der Mitglieder des Stammes, die dank Krankheit oder Alter nicht mehr im Stande sind ihren Beitrag zu leisten. Angeblich wird dies von jedem Mitglied akzeptiert und die somit durchgefuehrte Euthanasie mit einem letzten Fest zelebriert. Wir gehen weiter, Stufen hinab, die zu Zeiten der verlorenen Stadt (ca. entstanden im 8. Jahrhundert) wohl zu den Tayronas fuehrten, also dahin wo Tobi und ich noch vor einigen Tagen am Strand rumgelungert hatten. Zwei Indiokinder reichten uns Bananen, unser Guide sang einen Song fuer sie, welchen diese anscheinend genossen. Ich reichte ihnen einen Luftballon, zeigte ihnen wie dieser funktioniert und glaube, noch nie hatte ein Kind soviel Spass damit gehabt. Wir verliessen die beiden, hin und wieder hallte uns ihr Lachen jedoch noch hinterher. Am Abend kamen wir dann vor dem Regen ins Camp, hatten uns jedoch bei der letzten Flussdurchquerung nochmal ordentlich ass gemacht. Ich stellte fest, dass ich meine zweite Hose beim ersten Camp vergessen hatte. Sass ich nun also in meiner Unterhose herum. Auch die Gummistiefel, die man uns empfohlen hatte, waren nicht so praktisch. Tag 3 stand im Zeichen des Flusses. Knapp 8 Mal, mitunter huefttief wateten wir hinueber. Einer der Hunde aus dem Dorf hatte uns begleitet, ich fand mich wiederholt in der Rolle wieder, den kleinen Wauwi, wie Tobi ihn nannte, ueber die Stromschnellen zu schleppen. Am Abend, nach jeder Menge Dschungel, Wasser und Stufen hinauf zur verlorenen Stadt sanken wir erschoepft in unserem Camp in der verlorenen Stadt nieder. Am naechsten Morgen erkundeten wir einige der 167 Plattformen, die von der ehemaligen Stadt uebriggeblieben waren. Holzhaeuser halten sich nunmal keine 1200 Jahre, einige waren jedoch zu Anschauungsswecken restauriert worden.
soldiers at the lost city lost city Rund 300 Meter ueber dem Dschungel ragten die Plattformen auf welchen wahrscheinlich die Stammesfuehrer und Priester gelebt und wo Zeremonien stattgefunden hatten. Nun ist dieses Gebiet von Soldaten bewacht, einige Kakimaenner stolzierten mit ihren Waffen herum, als wollten sie mit aller Macht die Photos der Touristen ruinieren. Wir machten uns auf den Rueckweg, 2,5 weitere Tage Fussmarsch durch das schlammige Gebiet. Wir legten nur knapp 40 Kilometer zurueck, dank steiler Anstiege und Regen war die Geschwindigkeit jedoch deutlich begrenzt. Am vorletzten Tag machte sich dann mein Zeh bemerkbar, deutlich angeschwollen warf ich eine fachmaennischen Blick darauf. Entzuendung. Da kenn ich mich aus. Auch am naechsten Tag setzte sich diese unangenehme Entwicklung fort, nach kaum Schlaf am Vortag lag ich nach einem weiteren maltretierenden Fussmarsch in meiner Haengematte und schaute ins Nichts, hielt den Zeh hoch, hoffend, dies wuerde irgendwas aendern. Ich fuehlte das Blut pulsieren, der Schmerz pochte im Takt, die Painkiller hatten nicht viel bewirkt. Der letzte Marsch stand an, mein Schlaf hatte eher aus einer Art Trance bestanden. Irgendwie schafften wir es jedoch zurueck. Ich ging zum Arzt, er schaute sich die Sache kurz an, dann eine gewiefte Diagnose. Entzuendung. Schmerztabletten und Antibiothika. Was sonst.

English summary

Up to the coast I had to find out that the little town of Santa Marta was a shithole with a dirty beach. The nightly stroll through the street resulted in nothing but two prostitutes (one must have been 12, we other one an ork). So I took off the next day to the fishing village of Taganga which turned out to be another disappointment. The beaches were crowded and you got harrazed by “a la order”-venders along the beach. Time to get out of the hell, my travel companion Toby thought as well, so we boarded the boat to the Tayrona Park. After a hellish ride we found paradise. A beautiful beach and a relaxed crowd. For three days the daily agenda read: swimming in the morning, reading in the early afternoon, watching the rain in the late afternoon, beer in the evening and rum during the night. After 3 days and a very muddy walk we were back in Santa Marta, starting the very next morning to the lost city. The demanding trek, thanks to rain and shit mudslides whereever you went, was unforgettable not only for the reason of the side. We walked along indigineous villages, through the steaming rain forest and crossed rivers (actually always the same) some 10 times. The lost city itself towered over the jungle, protected from the FARC by army soldiers who gave the whole site a very different perception. On the way back (day 3 out of 5), my toe started to bother me, at day 4 the pain only gave me a few hours of sleep and the last night I couldn’t sleep at all. My toe was half bigger than before and I could feel the blood pumping through it, the pressure from inside providing an unbearable uncomfortabality. After being back I visited the doctor. Infection, he said. Shot into the butt, painkillers and antibiotics. What else.



January 22

Colombia - through the middle


Market square of Vila de Leyva Ich sass auf der Couch von Señora Cano. Knapp 9 Monate zuvor hatte ich das letzte Mal meine Kellnerschuerze in Austrailien angelegt, Fonsi, unser kolumbianischer Koch hatte mir ein letztes Mal Spaghetti zubereitet und mir noch mit auf den Weg gegeben, ich koenne seine Familie besuchen, sollte es mich nach Kolumbien verschlagen. Da sass sie nun vor mir, die Mutter von Fonsi und stellte mir eine Limonade auf den Tisch. the cano house Das Haus mit wunderschoenen weissen Waenden, durchsetzt von zahlreichen Balken und afrikanischen Figuren, die Mama Cano von ihrer Schwester geschenkt bekommen hatte. Muehsam quaelte sich unsere spanische Unterhaltung voran und gegen 21 Uhr fiel ich im Gaestezimmer hernieder und fiel in einen erholsamen Schlaf. Am naechsten Morgen spazierten wir dann durch die kleine Gemeinde, sie zeigte mir eine kleine Kirche, die zum oertlichen Kloster gehoerte, auch ein Blick in den Hinterhof wurde mir gewaehrt. Ich spendierte das Fruehstueck in einem kleinen Lokal und der Tag begann relaxt und angenehm. Villa de Leyva entpuppte sich als eine kleines verschlafenes Staedtchen inmitten eines Tales. Die weissen Kolonialbauten und die gepflasterten Strassen sowie der Marktplatz machen es zu einem kleinen photogenen Ausflugsziel fuer die Hauptstaedtler Kolumbiens und so findet man eine Vielzahl von Restaurants und Hotels. Das Wetter machte mir leider erneut einen Strich durch die Rechnung und so musste ich groessere Wanderungen in den nahegelegenen Nationalpark erneut streichen und fand mich nach 2 Tagen bereits wieder in einem Bus in den Norden. Mein Kolumbienaufenthalt hatte sich zu einer Flucht vor der Regenfront entwickelt, die das Land fest umklammert hatte. Die Zeitungen waren voll mit Bildern von Ueberschwemmungen und Schlammlawinen. Hoffend, dass die karibische Kueste Besseres fuer mich bereit hielt sprang ich in den Nachtbus nach Santa Marta, der mittels Klimaanlage in einen Eisschrank verwandelt war, so dass ich mitten in der Nacht vor Kaelte aufwachte, mich aber tapfer bis zur Kueste durchschlug.

English summary

I visited Villa de Leyva, a beautiful little village in the eastern higlands of Colombia. 9 months ago, sweating while waiting my ass off in a restaurant in Melbourne in order to safe money for the trip, one of our cooks told me to visit his family once I hit Colombia. After having met his brother in law, I sat on the sofa of Señora Cano now. We had a bit smalltalk in Spanish until my head was buzzing and I took her out for breaky the next morning. I made a stroll through the magnific litlle village, along white buildings and churches and the beautiful centerpiece of the cobblestoned tourist magnet: the market square. Again it started to rain and having set my alarm clock at 6AM I went back to sleep, big drops were running down the window front. A glimse into the newspaper predicted not too much improvement. Floodes and mudslides only told one that one could be much worse off. So I cancelled the trip to the national park and took another night bus to the caribean coast of Clombia.

January 20

San Augustin und Bogota


San Augustin stone figure San Augustin figure2 Mal wieder ging alles ganz flott. Bus zur Grenze Kolumbiens, Nachtbus nach Popayan, ein weiterer Bus nach San Augustin, wo ich mittags eintraf, und erneut hatte ich 27 Stunden im Bus abgerissen, wobei besonders das letzte Stueck eine echte Herausforderung dargestellt hatte. Die aufgeschlagene Seite meines Buches sprang mit dem Bus hoch und runter, nach zwei Seiten, fuer welche ich rund 30 Minuten gebraucht hatte, gab ich auf. Der Bus schaukelte, wankte und sprang durch den Regen, eine eher unangenehme Situation wenn man doch bereits seit geraumer Zeit die Toilette aufsuchen moechte. Aber irgendwie kamen wir auch diesmal an. Ich wanderte hinauf zum Park, in welchem bereits unzaehlige Statuen auf mich warteten, zusammen mit einer anderen Ueberraschung. Verstreut ueber vier verschiedene Ausgrabungsstaetten und den sogenannten Steinwald findet man Unmengen von Skulpturen, zoomorph und anthromorph, die einen in verschiedenen Groessen und Formen aus dem frisch gemaehten Gras inmitten einer dichten Vegetation anstarren. Kurz bevor ich hinabstieg um die Figuren zu begutachten, die hier wohl zwischen dem 6. und 14. Jahrhundert als Grabbeigaben, Sarkophage, steinerne Waechter und weitere Zwecke bedienend, in die Landschaft gestellt oder vergraben wurden, traf ich jedoch auf alte Bekannte. Ein australisches Paehrchen, auch sie hatten in Cusco studiert, hatten mir mit zahlreichen Tips den Weg in den Norden erleichtert und waren mir bereits in Quito in die Arme gelaufen, stand nun vor mir. Jodie hatte sich auf Grund des fortwaehrenden Nieselregens in ein gar praechtiges Gewand geworfen. Ihr pinkes Regencape wurde von einem blauen Plastiksack abgeloest, der sowohl Rucksack als auch Kopf bedeckte, waehrend die schwarze Hose und schwarze Schuhe den farbenfrohen Reigen ein wenig abrundete. Nach kurzer aber herzerfrischender Begruessung ging es an der Seite von Jerry Lewis, einem lokalen Guide der Parkanlage, ab durch den Steinwald. Seine durchaus unterhaltsame Erklaerung der Geschichte der Skulpturen wurde ein ums andere Mal jaeh durchbrochen von meinen klugscheisserischen aber durchaus angebrachten Versuchen, der Wahrheit den Vortritt zu lassen. Mittlerweilen zumindest mit Halbwissen ueber Religionen und Geschichte ausgestattet, fanden Aeusserungen wie “Und hier kann man sehen, dass die Kultur der Augustiños auch mit Hinduismus, genauer gesagt Sikhismus vertraut war. Diese Figur traegt einen Sikh Turban.” Ich kam diesem Statement auflockernd mit “Mmmh, die Figuren sind 3000 Jahre alt, sagst du? Sikhismus aber erst 500. Wie passt das zusammen?” Die meisten Fragen dieser Art in Richtung Jerry Lewis ignorierte er einfach. In diesem Fall gab er sich jedoch schlagfertig und entgegnete mit “JA.”. Trotz eines Wahrheitsgehaltes der wohl mit Wahlversprechen einschlaegiger Politiker auf gleicher Hoehe rangierte, sorgten seine Aeusserungen fuer eine entspannte und unterhaltsame Athmosphaere und wir verliessen frohen Herzens den Park. Am naechsten Tag, nach einem weiteren Spaziergang entlang der Wege gesaemt von zahlreichen steinernen Eulenmenschen, Phalussymbolen und Steingraebern, nahm ich den Nachtbus nach Bogota.
Bogota Das Nationalgetraenk Kolumbiens ist Aguardiente, ein Fusel auf Anisbasis, der fuer knapp 10000 Pesos (3,50 Euro) die Halbliterflasche in jedem Tante Emma Laden ueber den Tresen wandert. Ich machte die Bekanntschaft mit dem 37 Umdrehung innehabenden Schweiztreiber auf dem Weg nach Bogota. Meine Busbekanntschaft, eine Lehrerin um die 50 warf zusammen mit zwei anderen Kolumbianern fleissig den Kopf in den Nacken und sie fragten, ob ich nich auch einen Kleinen vertragen koennte. Knapp 1 Stunde spaeter sass ich im Bus und war soweit, dass ich einen weiteren Kurzen dankbar ablehnte. Die 15 davor hatten gereicht, es war 22 Uhr und an Augen schliessen war nicht zu denken, die Welt war dabei sich vor mir zu ueberschlagen. Ich starrte auf den Fernseher, eine Doku ueber die Guerrillabekaempfung durch das Militaer versuchte meinen milchigen Blick zu penetrieren, das schallende Lachen der Paedagogin auf meinem Nachbarsitz, die mittlerweilen jede meiner Antworten auf irgendeine ihrer Frage mit einem schrillen Kreischen beantwortete, klingelte mir in den Ohren und ich sehnte das Ende der Busfahrt herbei.
Es wurde langsam hell, ein pelziger Geschmack und eine Zunge, die sich anfuehlte als haette sie jemand mit einem Pelztierchen ausgetauscht zeugten von der nachtragenden Wirkung des Aguardiente. Ich stieg aus. Zu faul mich in den Bus zu setzen, sprang ich ins naechstbeste Taxi, die Sonne schickte sich an, ihren Weg in die Hauptstadt Kolumbiens zu bahnen. Ein sonnenbebrillter Taxifahrer schaute mich an, sabbelte etwas unverstaendliches und ich zeigte auf die Adresse im Lonely Planet. Die Fahrt begann nachdem ich mich nach dem Preis erkundigt hatte und einige Minuten spaeter bogen wir in eine Seitenstrasse ein, die wenig danach aussah, als gehoere sie zum Zentrum, in welchem das Hostel Platypus normalerweise zu finden sein sollte. Ein wenig komisch kam mir dies schon vor und ich rutschte unruhig auf dem Sitz hin und her. Das Auto hielt an der Ecke, der Taxifahrer schaute kurz nach hinten, ich fragte, was los sei und er zueckte sein Handy und waehlte eine Nummer. Keine Antwort erhaltend fragte ich erneut und schickte mich an, auszusteigen. Er machte eine beschwichtigende Geste und ich dachte kurz, naja, wahrscheinlich ruft er jemanden an um nach dem Weg zu fragen. Nervig, aber so laeufts mit den Taxifahrern hier halt oftmals. Die Tuer des Backsteinhauses gegenueber oeffnete sich und ein in kleiner, untersetzter Kerl mit Sonnenbrille und Fettstraehnen ueber der Halbglatze kam auf uns zu, Handy in der Hand, hinter ihm ein etwas kraeftigerer junger Bursche dunkler Hautfarbe. Mir wurde mulmig. Sie stiegen ein und Fetti offenbarte eine schwarze Baretta oder was auch immer. Eine Knarre halt. Ich verstand dinero (Geld) und pronto (ploetzlich) und sein Gesichtsausdruck verriet keinerlei Verhandlungsspielraum. Ich griff in meine Tasche und holte meine Geldboerse heraus. Ich gab ihm die 45000 Pesos, die ich darin hatte und er zeigte sich nicht besonders beeindruckt. Wir fahren jetzt zu einem ATM und dann gibts mehr, oder so aehnlich gab er mir zu verstehen. Dreck. Wir rauschten zum naechsten ATM, vom Taxifahrer, der offensichtlich Strippenzieher in dieser Charade war, war keinerlei Hilfe zu erwarten. Ich steckte die Karte in den Automaten, Schweiz lief mir ueber das Gesicht waehren sich der Lauf der Pistole in meine Rippen drueckte. Falsche Geheimzahl sagte der Automat und ich schaute Fetti ratlos an, dieser konterte mit einem kurzen Wischer der Pistole ueber meinen Schaedel und schmerzverzerrt tippte ich erneut die Zahl ein, nicht wissend was da los war. Auch diesmal Fehlanzeige. Er drosch mir den Lauf in die Rippen und haette er mich nicht gehalten, waere ich wohl zu Boden gegangen. Er zerrte mich hinauf, erstaunlich kraeftig trotz Fettleibig- und haarigkeit. Pablo EscobarEr presste mir die Knarre zwischen die Lippen und gab zu verstehen, dass es beim naechsten Tippfehler wohl vorbei waere. Ich versuchte mich zu konzentrieren, versicherte ihm, ich wuesste nicht was falsch waere. Er deutete mit dem Kopf in Richtung Ziffernfeld. Was war los, warum funktionierte diese verdammte Karte nicht? Ich tippte die Geheimzahl ein. Nix. Ein Schreck durchfuhr mich. Ich wachte auf, der Bus hatte nahezu eine Notbremse eingelegt. Ich blickte mich um. Alles nur ein Traum.*

Die belegte Zunge entsprach jedoch der Wahrheit. Dennoch, das im Ausland oftmals zelebrierte Image von Entfuehrungen und Ueberfaellen in Kolumbien sollte sich alles andere als bestaetigen. Achtet man darauf, wo man hintritt, hat man hier als Tourist einen interessanten und grandiosen Urlaub. Die Kolumbianer sind lebensfroh, gastfreundlich und hilfsbereit. Sie sind es zudem, die am meisten unter den Guerrilas zu leiden haben. Fast jede Familie kann einen Entfuehrungsvorfall oder aehnlichen Schicksalsschlag seit der Gruendung der groessten Rebellenorganisation FARC in den 60ern beklagen. In Bogota hat erneut der Regen die Stadt fest im Griff. Ich besuche das exzellente Goldmuseum und das Polizeimuseum, wo die Geschichte der Ergreifung Pablo Escobars von einem englischsprachigen Polizeiguide erklaert wird. Der Drogenbaron hatte in den 80ern die Koksszene in der Hand, mischte in der Politik mit und ist verantwortlich fuer die Ermordung eines Praesidentschaftskandidaten, neben regulaeren Todesfaellen der einfachen Landbevoelkerung. Dieser Tage versucht die Regierung zusammen mit den USA den Drogenkartellen das Handwerk zu legen. Kokainanbau ist jedoch seit Jahrzehnten fester Bestandteil der landwirtschaftlichen Entwicklung und in einem Land mit dichten Regenwaeldern, zahlreichen paramilitaerischen Truppen und Korruption scheint die vollstaendige Vertreibung der Droge wohl ein ewigwaehrender Traum. Nach einem extrem ueberteuerten Abend, der in einem der Salsa-Klubs der Stadt endete, finde ich mich am Sonntag verkatert im Bett wieder und beschliesse, die Sache ruhig zu bestreiten und den Ausflug zur Salzkirche und dem El-Dorado Krater auf Montag zu verschieben. Leider muss ich einen Tag spaeter feststellen, dass am Montag saemtliche Museen und die Salzkirche geschlossen sind, fuer den Krater benoetigt man eine Genehmigung. Also weiter in Richtung Norden. Und so sitze ich wenig spaeter im Bus nach Villa de Leyva.

* Tatsaechlich habe ich die Story von einem Typen gehoert, der selbiges in Guayaquil in Ecuador durchleben musste. Seine Kreditkarte war zuvor von seiner Bank aus unerfindlichen Gruenden gesperrt worden. Nach letztmaliger erfolgloser PIN-Eingabe erhielt er einen Kolbenschlag auf den Hinterkopf und die Raeuber machten sich aus dem Staub

English summary

Bus to the border, a short stop in the middle of nowhere because some 500 indigenous people demonstrated against the lack of water supply ad blocked the road, then another night bus to Whereever to switch buses again while it was pouring down in the dawn. 27 hours after starting in Quito I was in San Augustin to see the magnific stone figures which were unburried here and give scholars quite some puzzlement about their origin. Our guide had the answers it seemed, making cross references while we walked through the stone forest, pointing out the abilities of the peoples who left behind the sculptures. Apparently they were able to do brain surgery, open heart operations and communicated or origined (with)in Egypt, maybe Asia as the turban of one of the sculptures revealed. The name of the guide was Jerry Lewis, quite a hind how serious one should take his comments. But along with the guide were some old acquaintances, the australien couple Jowdie and Glenn I studied with in Cusco were stumbling through the drizzling rain with me. We played some cards in the evening, I had another walk through the National Park with its amazing stone statues and took off for Bogota with the nightbus.
Bogota was big and not very safe, rumours have it. I enjoyed a few moments without rain visiting some churches and plazas and the splendid and definetely must visit – Gold museum. I also took a tour through the police museum, on of the policemen who did his military service here showed me around and explained the creepy photos of terrorists the police gunned down, culminating at a glass box with a wax model of the dead Pablo Escobar, the politician and drug lord who made the Medellin Cartel so famous and took his part in the reputation of Colombia. Monday morning I realised that I spent too much time in the bars at night, every museum, the great salt church and the El dorado crater were closed. Still rainy clouds hanging around I tried my luck further north.

January 06

Ecuador - Quito


presidents palace Quito old town Ich spaziere durch die wunderschoene Altstadt von Quito, kleine Gassen, riesige Kirchen, die Basilika, von deren Tuermen man einen herrlichen Blick ueber die Stadt geniessen kann. Ueberall sieht man Schuhputzer, Menschen sitzen in den schattigen Parks vor Kloestern und Museen. Vor dem Praesidentenpalast hatte sich eine Menge versammelt, die gegen die Politik des Praesidenten demonstrierte. Ein durchaus umstrittener Charakter, hat dieser dem Land jedoch auch viel Gutes getan. Doktor und Master of Finance in der Tasche ist sein Bildungsniveau wohl mehr als ausreichend fuer den Fuehrer eines Landes. Zudem beherrscht er Franzoesich und spricht Englisch wohl besser als Ex-Praesident Bush. Er hat die Sicherheitslage des Landes verbessert, Korruption scheint weniger zum Alltag zu gehoeren als noch vor Jahren. Seine Sympatisantenquote betraegt 70 Prozent. Was haben diese Menschen also gegen ihn? Freund von Chavez (Venezuela) und damit antiamerikanisch eingestellt, versucht er die Wirtschaft des Landes im Sinne einer suedamerikanischen Wirtschaftszone aufzubauen, so wie es bereits von Che Guevarra und Castro in den 60ern proklamiert wurde. Besonders skuril dabei jedoch der Umstand, das die ekuadorianische Waehrung der US Dollar ist. Dementsprechend hohe Einfuhrzoelle und neue Spitzensteuersaetze fuer Schwerverdiener sowie die Absicht die Verfassung zu aendern (unter anderem mehr Rechte fuer Minderheiten und Homosexuelle) stossen insbesondere bei der Oberschicht des fest katholisch orientierten Landes auf Widerstand. Vorbei an dem Mann mit dem Lautsprecher gehe ich zu einem kleinen Kloster und mache eine Besichtigungstour, man erklaert mir die strengen Ordensregeln (1 Stunde duerfen die Nonnen miteinander reden, den Rest des Tages ist Stille angesagt) und erzaehlt mir die wundersamen Begebenheiten, die sich hier zugetragen haben. Quito plazaDas Glitzern und Blinken, welches die Puppe von Maria vor Jahren umhuellt hatte, die Photografie in der man Franz von Asisi erkennen kann. Erleuchtet begab ich mich nach draussen und da wie so oft die Nachmittagsregenwolken ueber die Berge gerollt kamen machte ich mich auf, zurueck ins Hostel um ein paar Buecher zu waelzen und ein wenig ueber die aktuelle Reisesituation nachzudenken. Die Rueckkehr nach Deutschland wirft dunkle Schatten auf mich hernieder. Weltwirtschaftskrise. Steigender Dollarkurs (US), sinkender Dollarkurs (Australien). Alles keine guten Rahmenbedingungen, liegt mein gesamtes Erspartes doch nach wie vor auf meinem australschen Bankkonto. Dazu elektronische Post aus der Heimat, die bestaetigt, das Vaeterchen Frost, so nett der Name erscheint, mal wieder seine dreckigen Fingerchen spielen laesst um unser Heimatland in ein trostloses Grau zu tauchen. Die Aussicht auf Maya-Ruinen, Tauchen und Schnorcheln, Vulkane und braungebrannte, lebensfrohe Menschen scheint dementsprechend das Uebergewicht zu halten wenn ich einen Blick auf die persoenliche Vernunftswage werfe. Der Entschluss war gefasst. Auf nach Zentralamerika, vorher noch nach Kolumbien. Money comes, money goes.
Quito plazaEin weiteres Fragezeichen in Form des Cotopaxi-Vulkanes manifestierte sich nach wie vor in meinem imaginaeren Blickfeld. Sollte ich das Monster besteigen oder nicht? 170 Dollar fuer zwei Tage, eine Menge Geld. Von vielen Seiten jedoch hoerte ich, dass im Moment Wolken und Schnee die Chance auf eine Besteigung verringern und so entschloss ich mich, den direkten Weg nach Kolumbien anzutreten. Nach vier Tagen Spanischschule war es nun ploetzlich Samstag und der urspruengliche Plan, den Cotopaxi zu erklimmen, wurde durch eine weniger sportliche Aktivitaet substituiert. Bier trinken. Ebenso wichtig im Leben eines Mannes, nahm ich die Sache selbstverstaendlich ernst und nach einigen Runden Tischtennis, die ich gegen den ekuadorianischen Hostelangestellten verlor, sorgte der Satz “Wollen wir um Bier spielen?” fuer die rechte Motivationssteigerung. Die naechsten vier Saetze und damit vier Schaum verbuchte ich auf der Habenseite. Ein kurzer Blick auf die Uhr, das Knurren meines Magens und eine wundersam veraenderte Sicht der Dinge bezeugten zudem, dass dies wohl ein interessanter Tag werden wuerde. Ich hatte es geschafft, vor Einnahme einer festen Mahlzeit, es war kurz nach Ein Uhr mittags, mir eine gediegene Angetrunkenheit ins Gesicht zu malen. Der Nachmittag verging auch irgendwie und am Abend stellte sich der Kater ein, Kopfschmerzen, die nach Anraten selbigen Hostelangestellten mit Tequila kuriert wurden. Der Schmerz verschand und einige Stunden spaeter schunkelte ich mit einer kleinen Ekuadorianerin ueber das Parket. Gegen drei Uhr gingen die Lichter an und nicht genug habend, versuchten wir eine weitere Salsa-Bar ausfindig zu machen. Einen Wimpernschlag spaeter standen wir mit einer Flasche Wodka und einem Daenen vorm Hauseingang der Ekuadorianerin, die eben noch ihre Hueften im Salsatakt geschwungen hatte. Sie schloss die Tuer auf und vor uns machte sich ein wahrer Palast auf. Antike Vasen, zwei Kuechen, offenbar hatte ich mir die High-Society angelacht. Wir spielten ein Trinkspiel und der Daene verschwand nach einiger Zeit. Quito church Quito Das naechste Mal als ich dann wieder die Augen oeffnete war die Wodka-Flasche leer und neben mir lag die Ekuadoriannerin. Mittlerweilen waere ich wohl wieder zurueck von der Gipfelbesteigung des Cotopaxi und um 170 Dollar aermer.
Am naechsten Tag traf ich mich erneut mit meiner Samstag-Nacht Bekanntschaft. Wir gingen Essen und ihr Restaurantvorschlag konsumierte mal eben mehr als mein Tagesbudget. 32 Dollar fuer einen Berg Fleisch, wobei sich das, was ich vorerst als Kartoffeln identifiziert hatte, als Wuerstchen herausstellte. Noch mehr Fleisch also. Ich fragte mich, wie sie so schlank bleiben konnte, ass sie doch ebensoviel wie ich. Dennoch, es blieb noch einiges uebrig, wovon ich mir noch 2 weitere Mahlzeiten kochen sollte. Sie fragte mich ob ich nicht noch ein bis zwei Wochen bleiben wolle, eine Familienhochzeit staende an und noch dies und das. Einen kurzen Atemaussetzer spaeter fragte ich, wie sie dies ihrer Familie erklaeren wolle, vor allem ihrem Vater. “Tu eres mi novio”, du bist mein Freund (im Sinne von DER Freund), sagte sie, waehrend sich meine Gesichtszuege zwischen dem Ausdruck eines Laechelns und einer Fratze der Angst einzementierten. Spaeter traf ich meine Spanischlehrerin fuer zwei weitere Stunden Spanisch. Nach einer Uebung “preterito imperfekto” fragte ich sie ob sie den General kenne und weite sie in die Geschichte ein. Ihre Augen weiteten sich und sie erklaerte mir, dass er bis vor zwei Jahren der oberste General, Chef der Armee, gewesen war, sich aber anscheinend mit der neuen Regierung ueberworfen hatte und nun zum einfachen General degradiert wurde.
Am naechsten Tag war ich dann an der Grenze zu Kolumbien, die Fahrt hatte ich hingezogen, einige Indianer hatten eine Strassenblockade verhaengt, bei Volksfeststimmung wurde fuer mehr Leitungswasser in der Region protestiert. Mit Einbruch der Nacht war ich dann in Kolumbien.

English summary

Quito was a great city apart from the safety issues. You have to take care of your belongings, pickpocketing and armed robbery are not too rare. The beautiful old town with its interesting museums and churches still outweighes the problem (coming from somebody who hasnt had any problems). So I took another week of spanish lessons, hiked up to the mirador, which overlooks the city and strolled through the beautiful colonial old town. The Cotopaxi was still bothering me, the massive snowcapped volcano at the doorstep of Quito seemed to shout at me, trying to convince me to climb the beast. But 200 dollars for 1,5 days and the limited chances of actually getting to the top (risk of avalanches) made me decide against it. The other issue was what to do with my trip in general. Heavy hearted I made up my mind not getting home for christmas or my best buddies 30th birthday but beating it all the way to Mexico, which would mean coming back to Germany completely broken. Its worth the pain.
January 01

Ecuador – Quilotoa loop


hacienda market child Siquisilivi Regen. Schon wieder. Puenktlich zu Oma Kapulkes Kaffeestunde fing es an zu troepfeln. Noch ganz entspannt. Ich schlug einen Matschpfad hinunter zu einem kleinen Bach ein und packte mich fast galant in den braunen Brei. Einige Meter spaeter erreichte lauter werdendes Hundegebell meine Ohren. Und da kamen die Floh- und Tollwuttraeger auch schon angerannt. Vor mir stehend fletschten 5 Mischlinge ihre Zaehne und bellten mir entgegen als haette ich grad Lassy erschossen. Ich versuchte sie zu verscheuchen, vergeblich. Sie kamen naeher, wollten mich umkreisen von hinten zu attackieren. Langsam wurden die Klaeffer unangenehm, die naechste Moeglichkeit Anti-Tollwut Serum zu erwerben war nicht grad um die Ecke. Aus dem Hintergrund aus Richtung eines kleinen Hauses kam eine aeltere Frau angehumpelt. Sie murmelte etwas Unverstaendliches und schwang ein kleines Stoeckchen. Die Toelen verschwanden, das Gebell jedoch nicht. Ein traenendes Auge blickte mich an, das milchige Blau des anderen Auges liess mich kurz zusammenzucken. Sie streckte die Hand aus, ich umschloss sie dankend mit meinen beiden Haenden und fragte nach dem Weg. Sie gab etwas Unverstaendliches von sich, anscheinend auch der Sprache nicht mehr maechtig, die Art und Weise wie sie sich gab, verriet jedoch, dass sie ihre Sinne noch beisammen waren, nur der Koerper war leider nicht mehr imstande das Hirn zu bedienen. Ihre Waerme war jedoch zugegen und ich versuchte, so gut wie moeglich eine spanische Konversation zu fuehren. Der Regen, der kurz zuvor aufgehoert hatte, setzte wieder ein und ich zeigte nach oben, machte damit verstaendlich, dass ich lieber wieder zurueckgehen sollte. Ich wollte nicht wieder in einen Schauer gerraten wie am Vortag. Latacunga mit dem Bus verlassend war ich am ersten Tag meiner Quilotoa Tour nach Saquisili gelaufen, hatte eine wunderschoene Hacienda besucht und schlenderte durch eine wunderschoene Landschaft. Dann jedoch fing es an zu regnen. Zuerst leicht, dann etwas mehr, dann goss es auf mich hernieder als haette Petrus die Schleusen geoeffnet. Ich stellte mich unter einen Torbogen vor einem Haus, hoffend jemand wuerde mich mitnehmen. Siquisili market sheep Insinlivi bus ride Fehlanzeige. Ich zog mir die Regenklamotten ueber und marschierte los. Weit konnte es nicht mehr sein. Die Strasse hatte sich in knoecheltiefen Matsch verwandelt und ich bahnte mir einen Weg am Seitenrand, von Grasfleck zu Grasfleck huepfend. Hagel setzte ein. Kurz zuvor hatte ich feststellen messen, dass meine Regenklamotten zwar leichtem, nicht jedoch schwerem Regen standhielten und ich fuehlte wie das kalte Nass sich in Richtung Knochen schwemmte. “Bis zum Schlipper durch”, wie meine Berliner Tante wohl gesagt haette und durch den grauen Schleier, der mit kirschkerngrossen Hagelkoernern durchsetzt war, war kein Ende zu erkennen. Ein Auto kam. Eine Frau am Steuer, keine weiteren Insassen. Ja, ich war gerettet. Die Menschen in Ecuador sind ja sooo nett. Dacht ich. Von wegen. Mein Winken und unmissverstaendliches Anhalterzeichen wurde mit einem mueden Laecheln und einem kleinen Winkewinke bedient. 90 Minuten spaeter sass ich durchnaesst und kalt vor der Feuerstelle meines Hostels, wendete ab und zu die Schuhe, wie ein Spanferkel ueber dem Grill. . bus ride to InsinliviAm Morgen dann war ich ueber die Maerkte der Stadt geschlendert, laut Lonely Planet Buch wohl der tollste in Suedamerika. Etwas uebertrieben, aber einige Szenen waren es wert per digitalem Lichtbild zu verewigen. Doch jeder meiner Versuche ein Closeup zu schiessen wurde mit einer ausgestreckten Hand erwiedert, “un dollar” schallte mein Motiv mir keine Sekunde spaeter entgegen. Und so lernte ich die Vokabel “borrar”, was soviel wie loeschen heisst, denn jedesmal erklaerte ich den Leuten hier, dass ich das Photo lieber loesche als Geld dafuer zu bezahlen. Generell konnte ich keine aussergewoehnliche Freundlichkeit ausfindig machen. Ich schlenderte weiter. Tausende Meerschweinchen fiepten ihre letzten Toene aus ueberfuellten kleinen Kaefigen entgegen, angesichts ihres baldigen Pfannenschicksals ging ich schnell weiter, mich an meinen treuen Freund Purzel, fuer viele Jahre das Hausmeerschweinchen der Familie Funke, erinnernd. Huehner wurden an ihren Beinen durch die Gegend geschleudert, Hunde bellten. Dahinter ein Videostand, der Film droehnte ueber den gesamten Platz, daneben die neueste Salsa-Mucke, die aus den Boxen haemmerte. Wenig weiter klimperte das Geschirr eines der vielen Kochstaende, daneben wurden Moebel angepriesen. Goldkettchen, Loeffel, Schraenke, Steckdosen, Meerschweinchen, Haemmer, Luftballons, Reis mit Huehnchen. Hier gab es fast alles. Eine unwirkliche Kombination aller Arten von Laerm und Ramsch. Meine Reize waren ueberflutet und ich machte mich auf zum Bus. Vom Busdach aus blickte mich ein Schaf an. “Du hast keine Ahnung, was da so auf dich zukommt, Keule” dacht ich nur bei mir, den Wollball auf vier Beinen anschauend. Irgendwann war der Bus dann voll und eine andaechtige Fahrt hatte begonnen. Ab und zu hoerte man die Hufe des Schafes auf dem Dach. Klong, klong. Vor uns erhoben sich zwei Vulkane aus dem Bergmassiv, schneebedeckte Gipfel leuchteten im Sonnenschein. Gruene Huegel, Felder, Quechua-Eingebohrene blickten einem aus den vereinzelten Doerfern angoats Insinlivi Die Strasse wand sich vor uns den Berg hinauf, in engen Kurven schaukelten wir uns empor. Klong, klong. In jedem suedamerikanischen Bus gibt es eigentlich jemanden der sich um die Passagiere, oder vielmehr um das Fahrgeld kuemmert und ab uns zu das Fahrtziel aus dem Fenster bloekt oder je nach Bedarf weiteren Verkehrsteilnehmern signalisiert, dass Busfahrer dank der groesseren Tonnage das Zepter der Strasse in der Hand halten und man sich besser einzugliedern hat, wenn der Kollege aus der 8. Reihe und kurz vor der Kurve zum Ueberholen ansetzt. Unser Fahrscheinmann hatte eine Flasche Selbstgebrannten in der Hand und mittlerweilen ordentlich einen sitzen. Dies konnte einem durchaus egal sein, nun jedoch wurde die Flasche an den Fahrer weitergerreicht und mir wurde etwas schummerig. Im Endspurt retteten wir uns jedoch ueber die Zielliniee, nicht jedoch bevor der angeheiterte Kontrolleur das Schaf vom Dach geholt hat. In einer erstaunlichen Einzelleistung unter geringer Mithilfe eines Fahrgastes schaffte es das Schaf zurueck auf die Erde, keine 10 Sekunden spaeter bereits Gras futternd als waere nichts gewesen. Nun jedoch setzte erneut der Regen ein und ich signalisierte der Alten, dass ich nun wirklich los muesse. Kurze Zeit spaeter fand ich mich an einem Bach wieder. Mit einem maechtigen Satz versuchte ich hinueberzuspringen. Zu kurz. Ich ergriff einige Grasbueschel und zog mich empor, das war knapp. Einige Meter spaeter fand ich heraus, dass der Bach den Grossteil der Wiese mit Wasser speiste, erneut waren meine Schuhe voellig nass. Der Freude nicht genug, schaute ich nach der naechsten Kurve um die Ecke, direkt in die Augen eines Bullen, der rund 50 Meter entfernt, sein unwollen durch langsames Traben in meine Richtung bekantgab. Ich wiederum beschleunigte meine Hacken und rettete mich ueber den Bach. Nach weiteren 40 Minuten steilen Anstiegs war ich zurueck im Hostel und am naechsten Tag begann das anstrengenste Stueck Arbeit. Zuerst 3 Stunden nach Chugchilan (4,5 Stunden sind wohl normal), von dort aus ueber einige Berge zum Quilatoa Vulkan. Ich ass Mittag, bestehend aus drei Broetchen und zwei Bananen, vor zwei Lamas sitzend und schund mich dann weiter die imensen Anstiege hinauf. Qilotoa crater Diverse Leute wiesen mir den Weg, nicht immer konnte die Landbevoelkerung jedoch mit sachdienlichen Hinweisen dienen. Ueberall kamen mir Hunde entgegen, keineswegs freundlich gesinnt und nach weiteren 5 anstrengenden Stunden fand ich mich auf dem hoechsten Punkt der Wanderung, auf etwas ueber 4100 Metern wieder, das Laufen fiel hier deutlich schwerer. Bereits einige Minuten vorher hatte sich der Himmel verdunkelt, nun war ich in eine dicke Wolke gehuellt und, wie sollte es anders sein, es fing an zu regnen. Durch den Nebel hindurch, konnte ich einen riesigen Hund entdecken, der mit dem Ruecken zu mir vor einer Huette lag. Den wollte ich nun wirklich nicht wecken. Ich schlich herum und schlich von der anderen Seite dem Haus entgegen. Zwei kleine Jungs kamen heraus und wiesen mir den Weg, der Regen wurde staerker und nach einigen weiteren Eskapaden erreichte ich voellig durchnaesst und verfroren den Vulkansee. Die Hostels hier am Quilotoa waren leider von wenig Luxus gesegnet und eine erbaermliche Nacht in einem vom Kamin voellig verrusten Raum setzte ein. Ich schien der einzige Backpacker zu sein, der sich an diesem Tag hierher verirrt hatte. Am naechsten Morgen schaute ich mir dann die Vulkankrater an und machte mich aus dem Staub. Es waren drei wunderbare Tage gewesen, am Tag heiss, verschwitzt und anstrengend, in der Nacht bitterkalt, nass und wenig luxurioes. Das war es wert.

English summary

One of these unique experiences with local buses, culture, epic hiking opportunities and marvelous scenery. The Quilotoa loop is one of the best experiences in South America. I started with a short hike to Sikisilivi, a little town with a nice local market, ending up in rain and hail. Guinea pigs, video games, movies, furniture, cutlery, everything is sold by indigenous people in colorful dresses. Being not exceptionally friendly the trip is a bit spoiled by the locals attitude. From there I took the bus to the northern part of the loop, one of the best rides ever. The driver was drunk, we had a sheep on the roof, which constantly slipped in the serpentines but who cares with these stunning views at the patchwork landscape and the two volcanoes in the north. I did some hiking in Insinlivi, which was not without dangers as well. Almost attacked by a bull, close to falling into a stream and with wet shoes but happy about some more outrages looks over the canyon and a little photo session with some mountain goats I returned to the hostel with wet clothes once more. Day 3 was the total highlight with 9 hours of tough hiking, going through the canyon, hiking up and down a couple of times from an altitude of 2000 to 4000 meters. As usual I arrived at dusk totally soaked but contend having managed the dog attacks, the more or less useful directions of the locals and the exhausting trek. I visited the crater lake the next morning and set off with heavy legs, a tired face and a happy heart.
December 16

Ecuador - Cuenca Festival


Cuenca restaurant Zurueck in Cuenca hatte die Nacht und damit die Feiern anlaesslich der Unabhaengigkeit Ecuadors die Stadt fest umschlungen. Ich latsche durch die Strassen und verliere kurz die Orientierung. An ein Taxi ist jedoch nicht zu denken. Die Gassen sind voller Menschen - Bierflaschen, Grillstaende und lachende Gesichter passieren meinen Weg. Hatte ich mich im Chaos verlaufen? Dann ein vertrautes Bild, ich erkenne die weissen, langen Waende einer Kirche wieder, dahinter brennt gerade ein Feuerwerk ab, Menschen tanzen, ich wirble ohnmaechtig mit meinem riesigen Rucksack auf dem Ruecken und einer Tasche auf der Brust durch die Massen. Ich schlaengele durch das betrunkene, feiernde Gesindel, mich fragend, wo ich wohl noch eine Bleibe finden werde. Eine Strasse mit zwei Hostels tut sich vor mir auf, in beiden wird mir gesagt, die gesamte Stadt waere ausgebucht. Grosses A A, wie mein 3jaehriger Neffe sich dazu wohl aeussern wuerde. Ich laufe zu dem Hostel, in welchem ich beim letzten Besuch uebernachtet hatte, vorher jedoch ein weiterer Spiessrutenlauf durch eine vollgestopfte Strasse mit Feuerwerk und jeder Menge rumflaschenbestueckter Haende. Ich erreiche das Geschaeft von Esperanza, welches als Rezeption fuer ihr Hostel dient. Ähnlich der sogenannten Spätis in Berlin/Kreuzberg am 1. Mai ist auch Esperanzas Laden in dieser Nacht von zahlreichen alkoholisierten Menschen belagert, die Umsatzkonzentration lehnt sich stark in Richtung Bier und Rum. Es ist noch ein Zimmer frei, sie hat jedoch eine Reservation fuer den naechsten Tag, daher muesse ich um 10 Uhr raus. Erleichtert kaufe ich ein Bier und schaue etwas entspannter auf das rege Treiben. Fuer 5 Dollar hatte ich ein Doppelzimmer erstanden, fand Anschluss an eine Gruppe Feiergesinnter und stieg um 4 Uhr morgens recht angeschlagen die Treppe zu meinem Zimmer hinauf. Dort fand sich schnorchelnd ein Belgier in einem der beiden Betten. Dumm gelaufen, hatte ich die Stufen doch nicht allein erklommen... Die naechsten Tage fanden groesstenteils im Regen statt, sodass ich von den Feierlichkeiten nicht zuviel mitbekam. Mit dem Vorsatz, die naechsten Tage ohne Freund Alkohol abzuwickeln machte ich mich auf nach Latacunga, ein weiterer 10 Stundentrip.

English summary

Back to Cuenca I stumbled right into the independence celebrations, the streets were crowded and the city booked out. After some wandering through the masses with all my gear I found back to the hostel me and the Ozo staid at the last time. Luckily she had a room left, so three days with parties and alcohol started off..
December 12

Ecuador – first scenes


bus ride from border Am naechsten Tag presste ich mich mit 4 anderen Leuten, darunter ein anderer Gringo, der frueh am Morgen ins verschlafene San Ignasio gefunden hatte, in ein Taxi zur Grenze. Nach weiteren eingeferchten 2,5 Stunden waren wir an der Grenze und nach den ueblichen Modalitaeten passierten wir die Bruecke ueber den Fluss zwischen Ecuador und Peru, wo eine Art Bus auf uns wartete. Holzbaenke und keinerlei Seitenwaende machten den kleinen Unterschied. Wieder zogen zwei Stunden ins Land, erneut eine spektakulaere Berglandschaft. Die neue Waehrung gab erste Raetsel auf, hatte sich hier doch ein alter Bekannter eingefunden. George Washington und Señor Lincoln starrten mich von einem gruenen Blatt Papier auf. Der amerikanische Dollar wurde nach einer absoluten Inflationsseuche vor einige Jahren eingefuehrt, nicht unbedingt zum Wohlwollen der Bevoelkerung und man fragt sich, wie man so einfach die Waehrung eines anderen Landes uebernehmen kann. Doch der Tag war noch jung und ein weiterer Bustrip stand auf dem Programm. Fuer die naechsten 4 Stunden sassen wir nun in einem weitaus bequemeren Gefaehrt und gegen 18.30, rund 36 Stunden nachdem ich Chachapoyas mit seiner beeindruckenden Festung Kuelap verlassen hatte, war ich nun in Equador.
Vilcabamba hiess das kleine Oertchen, welches den ersten Zwischenstop darstellen sollte. Der Ozo war ebenfalls zugegen, auf Grund der Einnahme von Antibiotika, die eine eher unangenehme Geschichte in einer durchaus sensiblen Koerperpartie heilen sollten, verweigerte er jedoch die Konsumierung einer Flasche Rum. Dementsprechend fiel der Anteil der Flasche Rum verhaeltnismaessig gering aus, , hatten wir sie nun nur noch zwischen mir und dem Englaender aus dem Taxi von der ekuadorianischen Grenze zu teilen. Dummerweise fiel aber auch meine Erinnerung verhaeltnismaessig gering aus, ich konnte mich nur noch daran entsinnen, dem Sprung in den leeren Hostelpool um Haaresbreite entronnen zu sein, der Rest dieser ersten ekuadorischen Nacht verlor sich im Schwall der Verduenstung des billigen Jamaika-Verschnitts. Der Ozo war frueh am Morgen verschwunden und zusammen mit dem Englaender wanderten wir in ein wenig durch das Tal der Langlebigkeit, bekannt fuer die aussergewoehnliche Abneigung der hier lebenden Menschen den Loeffel abzugeben. Auf dem Rueckweg versuchte ich einen Guide fuer eine Tour in den Nationalpark ausfindig zu machen und stolperte in die Vilcabamba-Emmigrantenszene. Ein Ami, wohl schon einige Zeit hier lebend, wollte seine Hilfe anbieten, konnte zur fortgeschrittenen Stunde von 4 Uhr nachmittags jedoch nur Cuba-Libre Atem und weitestgehend sinnfreies Geplapper von sich gebend. John, so hiess er, mit dem Finger in Richtung eines weiteren Amis fuchtelnd, der ebenso ueber einen Cuba-Libre gebeugt war, gab in bestem Sauefer-Dialekt seine Botschaft zum Besten. Cuenca ribbon lady Cuenca“Don´t go up there alone. He got lost.”, lallte er, waehrend das Fuchteln fuer einen kurzen Moment bei seinem Saufkumpan verharrte. “He also got lost. I built a trail, last year, is gone now. Don´t go alone. He got lost..”, fuhr es noch ein wenig fort und ich versicherte, ich wuerde es nicht allein tun, ich suche doch nach einem Guide. Meine Botschaft schaffte es wohl nicht bis in den durchtraenkten Braegen und aufs neue entfuhr ihm eine fast schon apokalyptische Wanderwarnung. Wir suchten das Weite, fanden einen Guide, der jedoch nur am Wochenende diesen Job antrat. Es war Sonntag und so machten wir uns auf, einen weiteren Bus betretend, mehr als eine Woche lang war nun kein Tag ins Land gegangen, an welchem ich nicht aus oder in einen Bus gestiegen war (meist beides).
In Loja angekommen, fand ich heraus, dass auch von hier aus, ohne eine groessere Tourigruppe eine Expedition in den Park nicht stattfinden wuerde. Frustriert stieg ich erneut in den Bus, diesmal nach Cuenca, einer kleinen Stadt mit einer wunderschoenen Innenstadt. Ich traf erneut auf den Ozo. Er hatte sich im wunderschoenen Hotel Norte eingefunden, ein Ort, der wie eine skurile Seifenoper erschien. Neben ihm wohnte ein Transvestit, augenscheinlich eine Karriere im Rotlichtmilieu innehabend. Auf Grund der Duennwaendigkeit der Unterkunft konnte der Ozo dies bestaetigen. Desoefteren kam Ozo in den sauren Genuss einer Offerte der adamsapfeltragenden Zimmernachbarin und als mich ebenfalls eine bassintensive Stimme mit einem frivol klingenden “Hola” begruesste suchte ich schnell das Weite. train nariz de diablo Der wie ein Zuhaelter wirkende Portier und ein Blinder in der Eingangshalle komplettierten das Bild der Minderheiten, die den Plott der Seifenoper spannten. Es stellte sich heraus, das das eigentliche Hotel Norte, vom Lonely Planet empfohlen, auf der gegenueberliegenden Strassenseite war, von einer Baustelle verdeckt. Wir fanden ein anderes Hostel, fuer 5 Dollar die Nacht, gelegen am Fluss und mit der supernetten Esperanza als gute Seele des Hauses eine wahre Perle. Am naechsten Tag schlenderte ich durch die Stadt, vorbei an wunderschoenen Plaetzen und Kirchen und ich fragte mich, ob ich bis zum naechsten Wochenende, fuer welches ein riesiges Festival anberaumt war, verweilen sollte. Ich versuchte erneut eine Tour in den hiesigen Nationalpark zu organisieren, jedoch Preise und ein zu diesem Zeitpunkt wenig erfreuliches Wetter spuelten mich in den naechsten Bus nach Aluisi, von wo aus man auf dem Dach eines Tourizuges die spektakulaere Fahrt durch das Nadeloehr, die sogenannte Teufelsnase, geniessen kann.
Baños volcanoNach stundenlangem Warten kam der Zug, der gegen 10 Uhr morgens haette eintreffen sollen um 15 Uhr in den Bahnhof getrudelt. Kurz danach traf eine 20koepfige deutsche Touristengruppe ein und zerstoerte meine Hoffnungen mit den 3 huebschen Spanierinnen, die hier ebenfalls gestrandet waren, allein durch die Berglandschaft zu zuckeln. Meine Beine baumelten locker ueber die Seite des Zugdaches, vor uns taten sich von Wolken durchzogene Bergmassive auf und freudetrahlende spanische Gesichter shauten mich an. Knapp 5 Stunden hatten wir gewartet um eine 60minuetige Zugfahrt zu machen. Wert wars. Am Abend ging es dann weiter nach Baños. Eine kleine Stadt bestehend aus Hostels, vergleichsweise teuren Restaurants und Travel-Agencies, hatte dies mit Ecuadors Charakteristikas nur noch bedingt Sachen gemein. Ich kaempfte mich durch einen kleinen, schmalen und matschigen Pfad empor zum Refugium des Vulkans, der ueber der Stadt gipfelte. Nach einigen Vulkanausbruechen nur noch als Ruine vorhanden, schaute ich von hier aus ueber ein weites Tal und fasste meinen naechsten Plan. Die Besteigung des Cotopaxi, 5800 Meter hoch, ein Monster von einem Vulkan nahe des Equators. Vorher jedoch wollte ich das Festival in Cuenca miterleben, somit, nach einer vormittaeglichen Fahrradtour entlang diverser Wasserfaelle, stieg ich mal wieder in einen Bus. Zurueck nach Cuenca, von wo aus ich 3 Tage zuvor gestartet war.

English summary

Next day I rode to the border sharing the back seat with three other people, pretty jammed especially on the bumpy road. Two buses later we arrived in Vilcabamba in the middle of the valley of longevity, so named because of people’s attitude towards coffins. They just don’t want to die. I tried to find a guide into the national park for some hiking and being not very successful I headed on to Loja. Same story here, no guide to find so I continued to Cuenca, a pretty nice city, but nothing to do during the week after 7PM, so thinking about staying for the weekend I decided for rather jumping into the bus again after just 2 days there. I took a train ride down the devis nose, which was pretty cool, the antique train network, one of the last pieces which survived provided us with some spectacular views from the roof of the train. Same night on to Baños, a little city with more hostels and tourist agencies than anything else. Realising that this is not my place to be I returned to Cuenca after two days in Baños, where I walked up a volcanoe and took a bikeride along some waterfalls.

November 28

Chiclayo, Cajamarca, Chiclayo, Chachapoyas and up to the border


Cajamarca Cajamarca street vendor Die naechsten Tage verbrachte ich mehr Zeit in irgendwelchen Transportmitteln als irgendwo sonst. Ich nahm einen Nachtbus nach Cajamarca und vergeutete einen Tag damit ein Mountainbike ausfindig zu machen. Ich schlenderte ueber den Markt, schoss einige Photos und gegen 15 Uhr setzte ein Hagel ein, der meine Explorationswut beendete. Zudem hatte sich meine Rayban auf dem Markt irgendwie verfluechtigt, es gab dementsprechend nicht mehr viel von mir zu stehlen. Frustriert schaute ich in die Glotze in meinem Hotel, eine Wiederholung des Werder-Spiels flimmerte durch mein kleines Zimmerchen. Das Ergebnis wissend, schaltete ich um. Die Bremer hatten mal wieder verrissen. Am naechsten Morgen stand ich wie mit meinem Guide verabredet um 6 Uhr vor dem Hotel. Eine Tour zu den Ventanillas und danach zu den Labyrinthen von Cumbemayo hatte ich auf der Agenda festgepint. 120 Kilometer in 12 Stunden sollten machbar sein, dachte ich mir. Das Wetter und die nordperuanische Berglandschaft sollte mich jedoch noch auf grenzenlosen Optimismus verweisen, was die Veranschlagung dieses Planes anging. 2 Stunden spaeter tat sich vor uns die Strasse in den Himmel auf. Es folgte ein brachialer Anstieg, dem wohl auch ein gedopter Jan Ulrich mit einem anerkennenden Schnalzen begegnet waere. Tapfer staemmte ich mich gegen das Brennen in meinen Oberschenkeln, die Sonne begann ebenfalls ihre Fuehler auszustrecken. Ein Vorgeschmack dessen, was um die Mittagszeit auf uns herabsengen sollte. Funky at the ventanillasKnapp 40 Kilometer und 2,5 Stunden spaeter kamen wir bei den Ventanillas an, mein Hintern konnte den Kraftakt trotz fast dreimonatiger Abwesenheit eines Fahrrades noch einigermassen verkraften, meine Finger jedoch krampften zusammen, die Knoechel schmerzten. Nach dem Aufstieg kommt bekanntlich der Fall und so schloss an die Erklimmung des Gipfels eine Downhilljagd bei der mir die Traenen in die Augen schossen. Mehr Loecher als Strasse, bebte der Lenker unter meinen schwitzenden Armen, der Helm haemmerte mir ins Gesicht. Meine Haende klammerten sich um die Lenkergriffe, wie ein kleines Kind sich am Rock seiner Mutter festkrallt, unwissend dessen, was da um die naechste Ecke naht. Die Knoechel meiner Haende leuchteten weiss zwischen meinen rot verschwitzten Fingern und die Erschuetterung des Sandweges verstaerkte einen unangemehmen Schmerz. Die Ventanillas vor den Augen, linderte sich dies jedoch schnell. Vor mir ragte ein grau-gelb-gruenes Kliff, eine Wand, in welche unzaehlige Nischen gestanzt wurden. Ungewiss des Alters dieser Fenster, scheint der Zweck jedoch erhalten geblieben zu sein. Nachdem die Reste der Verstorbenen fuer eine Weile unter der Erde verblieben waren, wurden wichtige Persoenlichkeiten und Clanmitglieder anscheinend in diesen Fenstern beigesetzt, die zahlreich in den Bergketten der Region zu finden sind. Ich erklomm das Kliff und schaute mir die Ventanillas naeher an, Kakteen und unwegsame Pfade als staendige Feinde meines wohlgesonnenen Indiana-Jones-Gemuets.
Die Rueckfahrt gestaltete sich als ebenso, wenn nicht sogar noch schmerzhafter, hatte sich nun auch mein Hintern den Streckenumstaenden ergeben. Und so war ich nicht zusehr veraergert darueber, dass der Regen ueber die Berge rollte und auf uns herunterprasselte, den Nachmittag somit fuer einen Radausflug unbrauchbar machend. Das Labyrinth wurde entsprechend dem Wetter geopfert und ich schaute mir das Chamionsleague-Spiel der Bayern an.
Tags drauf ging es zurueck nach Chiclayo. 30 minuten Pause, Abendessen und weiter in den naechsten Nachtbus. Nach 20 Stunden im Bus kam ich in Chachapoyas an. Es war 7 Uhr morgens, der letzte Toilettengang war eine Weile her, Fruehstueck stand nach wie vor auf der Tagesordnung. Ich passierte eine Reiseagentur, es schien, dass alle Transporter nach Kuelap, dem Grund meiner Reise nach Chochapoyas, sich auf die 3-stuendige Fahrt machten. Nicht lang Zeit zum Ueberlegen, sprang ich in einen der Transporter und fand mich einige Zeit spaeter hungrig am Huegel wieder, der hinauf zur Festung Kuelap fuehrte. Kuelap and cloud forest Kuelap fortress Die Festung ueber dem Cloud Forest ist die groesste Festungsanlage des Kontinents und genauso maechtig und monumental wie raetselhaft. Mit riesigen Mauern von bis zu 19 Metern Hoehe und 400 Gebaeuden innerhalb der Anlage bietet die vom Dschungel eingeschlossene Festung 3000 Meter ueber dem Meeresspiegel den Eindruck sie sei uneinnehmbar. Und so ist es auch wahrscheinlich, dass sie von ihren Bewohnern auf Grund natuerlicher Desaster verlassen wurde und nicht im Kampf aufgegeben wurde. Wolken schoben sich durch das Tal unter uns, auch ueber uns und neben uns graue, blaue, weisse Wollen, sie waren ueberall. Der Name Cloud Forest kam offenbar nicht von ungefaehr. Beim Blick hinab entlang der gelben Mauern schwindelten einem die Sinne.
GEWALTIG, war das Wort, welches einem zuerst im Sprachzentrum entgegentrat. BOAH trat als zweiter Freiwilliger aus der Reihe der anderen Euphemismen. Es begann zu regnen und den matschigen Weg hinabrutschend machte sich unser kleines Tourigrueppchen zurueck auf den weg nach Chachapoyas. Der Trip war es wert gewesen und eine unbedeutende Nacht kuendigte sich an, dessen erwaehnenswerteste Begebenheit ein riesiger Burger war.
Danach ab in Richtung Grenze. Leichter geschrieben als getan. Um 7 Uhr stand ich auf der verregneten Strasse in der die Taxis parkten, mit einem jungen Vater und seinem Sohn ging durch einige Baustellen in eine kleine Stadt, in der ich in ein weiteres Taxi verfrachtet wurde. Weiter ging die Fahrt, der Himmel in einem tristen Grau und so war ich nicht weiter verbittert, als wir vorbei an einem der groessten Wasserfaelle der Welt fuhren, eine Attraktion, die ich auf Grund einer innerlichen Unruhe verschmaet hatte. Wir kamen in einer weiteren Stadt an und ein Bus fuhr ins naechste Nest. Dort ein weiterer Fussmarsch zur Busstation, wo ein Collectivo das naechste Transportmittel darstellte. 15 Sitze zaehlend, machte ich 22 Insassen aus. Respekt. Wie eine Knetmasse erschien diese Menschenansammlung im Toyota Transporter. Asiatische Reisekultur. Und auch die Hitze hier im Norden Perus erschien mir mehr asiatisch. Dazu der Duft der Reisfelder der durch die Luft stroemte. Nostalgisch blickte ich in die Gesichter der anderen Insassen. Hier konnte ich keinerlei Gleichheiten feststellen. Verschwitzt kamen wir in einer groesseren Stadt an. Mittlerweilen war es 14 Uhr und die Grenze kam langsam naeher. Ein weiteres Collectivo stand bereits bereit und wartete darauf gefuellt zu werden. Diesmal hatte jeder seinen eigenen Platz und nach weiteren 3 Stunden kamen wir in San Ignasio an, die Fahrt durch spektakulaere Taeler und ueber Berge mit phantastischen Aussichten endete in einem kleinen verschlafenen Nest, wo ich die Nacht verbrachte. Der verzweifelte Versuch meine letzte Nacht in Peru auf den Putz hauend zu verbringen scheiterte klaeglich. Es war Freitag Nacht, doch das lokale Nachtleben schien sich auf das herauf- und herabtraben entlang der klaeglich beleuchteten Hauptstrasse zu beschraenken. Als einziger Gringo weit und breit ergab ich mich in mein Schicksal und verschwand gegen 22 Uhr im Hotelzimmer. Licht aus.
Gute Nacht Peru.

English summary

The next days were spent in different means of transport, an exhausting journey starting off with a night bus to Cajamarca where I spent almost a whole day to figure out where to rent a bicycle. I visited the market, strolled around in town, lost (or were they stolen again?) my Raybans and at around 3 it started hailing, devastating my explorations. The next morning I started in the golden hours (shortly after 6 AM) with my guide for a bicycle trip. After some painful 40 km we reached the ventanillas, burial niches in the mountain side, which I had a look at from near after climbing up the steep hill. The mountainous landscape offered my butt and knuckles the opportunity to give me the pain of the month. Nethertheless it was worth it but because of the pain I wasn’t to disappointed then the rain started, stopping the trip, which should have continued otherwise after 80 kilometers.
The next day I took a bus back to Chiclayo, from there after a short 30 minutes dinner break with the night bus to Chachapoyas where I arrived after 20 hours, only to jump into the van, which dropped me off at Kuelap 3,5 hours later. Hungry I walked through the ruins in the middle of the cloud forest, a bunch of other tourists with me. It was an amazing site. 3000 meters atop sea level stretched a wall through the jungle like vegetation, enclosing about 400 former buildings. A city, a fortress high in the mountains, impregnable it seems. Next morning, the clock said 7 AM, exactly 24 hours after hopping into the bus to Kuelap, I mounted a cap, another hour later into another taxi. After another two hours or so, the next bus, a 30 minutes walk to the next bus station from where I took a collectivo, which was crammed with 22 people, sharing 15 seats. The next stop was only a short one as well since I had to take another collectivo to a little town near the border where I spend the night.

November 26

Peru – fast travels


excarvationsFuer Trauer ueber den Verlust meiner Kamera blieb keine Zeit, ich hatte wahrscheinlich innerlich bereits damit abgeschlossen, als ich sie an der Faehre auf Bali vor knapp 14 Monaten verloren hatte. Wir drehten ein paar Runden durch Trujillo, eine Stadt nicht weit von der Kueste, umzingelt von unwirtlicher Wueste. Wir buchten eine Tour und besuchten die Pyramiden und einige Staedten der Moche-Kultur. Die Moche, die vom 1. Jhd. BC bis zum 8. Jhd. AD existierten hatten ein paar imposante Pyramiden in die Landschaft gesetzt. Wenn auch kein Vergleich zu ihren Verwandten in Aegypten, so boten Blutopfer, die Anbetung des Mondes und mysterioese Bauten spannenden Stoff fuer die Geschichte dieses Volkes, welches auf geheimnisvolle Weise von der Erdoberflaeche verschwand um einige wenige Jahre spaeter von den Chimus ersetzt zu warden, die nun wiederum von den Inkas einverleibt wurden um wiederum einige Jahre spaeter die Waffen den Spaniern zu stecken. Der Ozo wollte einige Tage auf dem Surfbrett verbringen und so trennten sich unsere Wege hier.
Ich stand auf und mein Schaedel liess auf nichts Gutes schliessen. Die Erinnerungen waren schwammig. Auf Grund der Budgetrestriktionen hatten wir einen billigen Rum und eine Cola fuer knapp 15 Soles geschossen (5 dollar) und uns das Gemisch dann auf dem Hotelzimmer einverleibt. Ich liess die restliche Nacht an mir vorruebergehen als blaettere ich durch ein Daumenkino, wobei mein Daumen bereits nach einigen wenigen Schnappschuessen ins Leere lief.

Wie waren auf der Strasse auf ein paar Peruaner gestossen, die ich am Nachmittag in der Stadt getroffen hatte und sie waren mit uns zu einer Bar gelaufen.

Dann die Szene in der Bar. Das Klo war eine kleine Nische in der Ecke, die von drei Mauern umsaeumt war, die entsprechend des Durchschnittsperuaners nach 1,70m aufhoerten. Eine Decke gab es nicht und so schaute der Ozo, knapp 1,90 messend anderen Leuten beim Bier trinken zu, waehrend diese sich im Gegenblick ueber seinen Anblick amuesierten.

Der Daumen flippte zum naechsten Schnappschuss. Wir steigen ins Taxi ein.

Flip. Aussteigen. Wir sollen zahlen, sagen die Peruaner.

Flip. Eine dunkler Saal, einige Gestalten tanzen. Neben mir eine Peruanerin mit auffaellig tiefblickendem Dekolte. Der Ozo beschwert sich darueber, dass sie neben mir sitzt.

Flip. Mein Abendessen, nunmehr aufbereitet zu kleinen Wuerfeln, schaut mich vom Boden vor der Kaschemme eines lokalen Tanzclubs an.

Flip. Der Ozo steht vor mir, ich erklaer ihm, dass es besser waere das Weite zu suchen, ich waere meiner Sinne nicht mehr vollstaendig bewusst.

Der naechste Flip greift ins Blanke, dies war das letzte Bild in meinem kleinen Daumenkino und ich wundere mich wie wir nach Hause gekommen sind. Ich nehme eine Dusche und versuche die Loecher zusammen mit dem Ozo zu fuellen. Auch sein Gedaechtnis offenbart klaffende Luecken. Auch sein Magen ist nicht besonders erfreulich auf die vergangene Nacht zu anzusprechen. Wir packen unsere Sachen und laufen vollbepackt die Strasse hinunter in Richtung Markt. Mein Herz beginnt zu pockern, jeder Schritt erfolgt ein wenig trapperig, als wuerde ich ueber Eierschalen laufen. Unsere Schlussfolgerung geht dahin, dass unsere “Freunde” uns wahrscheinlich etwas in die Glaeser geworfen hatten, die Verwirrung der Koerperfunktionen scheint doch ein wenig seltsam. Nach ein paar Empanadas und einem Mangosaft machen wir uns auf, ich nach Chiclayo, der Ozo zum Strand.
huaca de la lunaIn Chiclayo besuche ich die Grabstaedte des Lord Sipan, der Guide spult seine Geschichte ab und ich werde den Eindruck nicht los, dass der fruehere Journalist seinen jetzigen Job als Touristenfuehrer nicht zur vollsten persoenlichen Zufriedenheit ausfuehrt. Knapp 3 Wochen spaeter finde ich ein Buch im South American Explorer Club in Quito uber die Lords of Sipan und wuehle mich in drei Tagen durch die Geschichte der Ausgrabungsstaette inmitten der Wueste nahe Chiclayos. Lord Sipan, ein hoher Moche-Koenig fand seine letzte Ruhestaedte unter einer kleinen Pyramide, umgeben von weiteren Graebern eines Hohepriesters und des sogenannten “old Lord of Sipan”. 1987 jedoch, nach knapp 1600 Jahren der Ruhe musste er ein nicht weit entferntes Schaben vernommen haben. Grabraeuber hatten die Staette, die vorher als Chimu-Pyramiden deklariert war und damit fuer eine Exkarvation unbedeutend, ins Visir genommen und nachdem einige Dorfbewohner auf eine Grabstaette mit Grabbeigaben aus purem Gold gestossen waren, waren aus der gesamten Umgebung Bauern und Tageloehner zu den vorher als unfoermige Sandhuegel wahrgenommenen Grabstaetten gestuermt. Innerhalb von zwei Wochen hatte sich hier ein zweites El Dorado entwickelt, unzaehlige Tunnel waren in die archaeologische Staette gebohrt worden und die Polizei konnte nur mit Muehe und einigen automatischen Waffen die Menschen vertreiben. Es folgte eine Art Krimi, bei der der Anfuehrer der Grabraeuber durch Schuesse in den Ruecken getoetet wurde. Der Leiter des Museums hatte erhebliche Schwierigkeiten die archaeologischen Funde aufzuspuehren, jedoch auch diesmal wie so oft zuvor, war es nicht gelungen, ein vollstaendiges Grab zu konservieren, zahlreiche Tonkruege und Knochen waren von den Raeubern vaporisiert worden. Durch Glueck und Geschick taten sich ein paar Geldquellen auf und Direktor Alva begann mit der Exkarvation der Umgebung, erahnend, die karge und doerrige Landschaft wuerde weitere Schaetze und Aufschluesse auf die Moche Kultur beherbergen. Die Dorfbewohner jedoch hatten mehr Interesse daran, die Grabbeigaben als Erbe ihrer Vorfahren zu verstehen und die goldenen und wertvollen Artefakte auf den Schwarzmarkt zu schwemmen, wo bereits zahlreiche peruanische Moche-Schaetze zum Verkauf dargeboten wurden um in Privatsammlungen in den USA zu verschwinden. Alva band die peruanische Dorfbevoelkerung mit in die Ausgrabung ein, und konnte somit die Einstellung zum Pluendern von Graebern aendern. Lord of Sipan gravesite
Unser Guide im Museum “Royal Tombs of Sipan” jedoch laesst von der Ausserordentlichkeit des sich hier zugetragenen eher wenig verspuehren. Sein Kommentar, dass dieses Museum eines der bedeutensten der Welt ist, kann schnell als Ueberheblichkeit missinterpretiert werden, schaut man sich die Museen der aegyptischen Pyramiden an. Dennoch, das 16 Jahre nach Beginn der Ausgrabungen eroeffnete Museum, dessen Bau 5 Millionen Dollar konsumierte, beherbergt nicht nur archaeologische Artefakte von unmessbarem Wert sondern eine phantastische Geschichte. Goldene Becher, riesige goldene Erdnuesse, die eine Kette bilden, ein goldener Pumakopf, die goldenen Umhaengeplatten des Lord Sipan und unzaehlige Tonkruege erzaehlen ueber eine Kultur aehnlich derer in Aegypten, mit Kasten und blutruenstigen Ritualen. Im Grab des Lord Sipan wurden neben zahlreichen Beigaben auch die geopferten Koerper eines Wachmanns, zweier weiterer Soldaten, die den sicheren Gang in die andere Welt bedeuten sollten, sowie dreier junger Maedchen und eines Juenglings gefunden.

English summary

Being in Trujillo there was no time for mourning. We had a look around the city and booked a tour the next day, an introduction to the Moche culture, which settled in the hostile dester area near the coast in North Peru, inheriting the people with legends about high priest sacrificing humans, pyramids with decorated walls, worshipping the moon but after reighning from 100BC until 800AD just vanishing from the chess board of history as if almost nothing had have happened. After this journey through history the journeys of the Ozo and me departed, me taking off for Chiclayo farther up north and Ozo heading to the beach for some surf action (my shoulders forbid that). In Chiclayo I attended another tour, the famous lord of Sipan stood on the lineup, being the main act. A fabulous story of grave looters, murder and traffickers stealing the historical artefacts from Peru (again) was told by our guide in a rather strange way, something between uppity and ignorant it seems in the aftermath. Unburying a book in Quitos SAE library I read about this interesting history, flipping through the 200 pages in just 3 days. The museum of the tombs of Sipan embraced the richly preserved cultural heritage and a fascinating exposition of tombs, grave objects made of gold and finely manufactured and engraved. Furthermore ceramics which told the story of traditions and political life in what is now northern Peru.
November 19

Peru - loosing a good friend


Eine relativ eintoenige Kuestenlandschaft zog an uns vorrueber. Ich daddelte ein wenig auf meiner Nintendo DS herum, der Ozo sass auf der gegenueberliegenden Sitzbank des Busses und doeste vor sich hin. Noch 5 Stunden bis Lima, danach ein weiterer Nachtbus nach Trujillo. Alles weitestgehend unspektakulaer. Ein Peruaner stubste mich an, zeigte auf die Toilette im hinteren Teil des Busses und erzaehlte mir irgendwas auf Spanisch. “No entiendo”. – “Ich versteh nix.” , gab ich zum Besten. Er deutete auf den Boden und das Wort Baño (Toilette) erreichte erneut mein Ohr. Er wedelte mit der Hand vor seinem Gesicht herum und verzog das Gesicht. Anscheinend war das Busklo undicht und der Ausfluss schwemmte nun durch den Bus. Er deutete auf meinen Rucksack und auf das Gepaeckfach ueber mir. Ich schaute unter meinen Sitz, wo eine kleine Wasserlache von hinten langsam ihren Weg durch den Bus bahnte. Ich nahm den Rucksack hoch, schaute mir das Problem an und beschloss, ihn auf die andere Seite zu stelllen.
Der Ozo hingegen begann hektisch damit seinen Tascheninhalt auf dem Sitz auszubreiten, anscheinend weniger gluecklich bei der Wahl seiner Tasche. Nach wenigen weiteren Minuten wedelte mein neuer Freund erneut mit der Hand herum, packet seine Tasche hinauf und zeigte hinunter auf meinen Rucksack. Die Lache war groesser geworden und so beschloss ich, seinem Wunsch nachzukommen und packte das nun tropfende Beutelchen nach oben ins Gepaeckfach. Ich liess einen der Trageriemen nach unten haengen, so dass ich die Tasche weiter im Auge behalten konnte. Nach einigen weiteren Minuten stiegen mein neuer Freund, erneut mit der Hand vor seinem Gesicht wedelnd und zwei weitere Gestalten aus. Der Ozo fragte mich, ob er meine DS benutzen koennte um mein Spanisch-Programm ein wenig zu durchforsten. Ich beschloss, mich meiner Che Guevarra Biografie zu widmen, gab ihm die Spielkonsole und nahm meinen Rucksack aus dem Gepaeckfach. Es waren noch knapp 4 Stunden bis Lima, 3 davon im Tageslicht. Die Tasche war ein wenig leichter. Ich schaute hinein. Meine Kamera war veschwunden. Hektik, die nach einigen wenigen Sekunden bereits in wissender Ernuechterung erebbte. Wir waren in eine typische Tourifalle getappt. Die Raeuber hatten sich meiner Kamera angenommen und ein paar kleine Boxen fuer meinen mp3 player waren auch nicht mehr auffindbar. Ich schaute zum Ozo, der mittlerweilen eine Frau in gebrochenem Spanisch ueber die Lage informierte. Der Bus wurde gestoppt, ich schaute in meinen grossen Rucksack im Gepaeckfach, eventuell hatte ich die Kamera ja darein gepackt. Nix.
Wieder im Bus, traf die Polizei ein, schrieb drei Zeilen auf einen Block, und verliess den Bus wieder. Einige Passagiere liessen ihren Unmut ueber den unplanmaessigen Zwischenstop verlauten. Ploetzlich stand auch dem Ozo ein wenig Panik ins Gesicht geschrieben. Auch seine Kamera war nicht mehr auffindbar. Wir setzten uns wieder und ergaben uns der Tragoedie. Ich hatte meine Photos das letzte Mal in Cusco heruntergeladen, ebenso der Ozo. Elend. Ein Trost blieb mir jedoch. Die suedamerikanische Kriminalitaetsstatistik vor Augen, hatte ich in China eine Kompaktkamera gekauft, mit der Intention die Spiegelreflexkamera nach Deutschland zu schicken, sobald ich das Souvenirpaket fertig hatte. Da die peruanische Post laut allgemeinen Angaben als unzuverlaesslich galt, was das Versenden von Wertgegenstaenden anging, entschloss ich mich, die Reise mit beiden Kameras anzutreten. Was mir nun blieb war meine Panasonic Lumix LZ-2.

English summary

After loosing my camera three times, having as much luck as being an idiot by getting it back in some miraculous ways the final call came in Peru. Both me and the Ozo were cought quite unaware. Some guys spilled water under our seats, claiming the toilet was leaking. They suggested we should put the bags, which were in front of us before, up into the compartments above us. Reluctantly doing so, I left a strap of the bag hanging down into my field of vision. Meanwhile the Ozo spread all his stuff over the seat next to him. After our helpers left we discovered that my bag was still were but lacked an important piece of its former contents: my camera. The Ozo also missed his camera, being puzzled for the next few hours, how that could have happened. Some luck still was with me. In China I purchased a compact camera, planning to send the SLR home after Cusco. The shipping costs and the not too reliable Peruvian post office let me decide to take the SLR with me, despite all doubts about my ability to keep it with my belongings. Well, we know what happened, but at least the robbers oversaw my other camera, which is still with me now (hopefully not depending on when you read this) …
November 14

Peru - travel start

 
Nasca lines spiderSchmerzen. Die Kaelte in Cusco hatte mich einigermassen gut zugerichtet. Ein Nerv hatte sich verklemmt und nachdem ich einen Tag lang 180 Grad Wendungen dem einfachen ueber die Schulter schauen vorzog, unterzog ich mich einer Massage. Ich sollte mal wieder irgendwann einen Arzt aufsuchen, gab mir die gute Frau nach einer Stunde mit auf den Weg. Ich verschrieb mir eine Waermetherapie. Ab in Richtung Kueste. Eine zehnstuendige Busfahrt spaeter war ich in Arequipa, an Schlaf war jedoch dank einer weiteren Schmerzattacke nicht zu denken und so beobachtete ich voellig verzueckt wie die Sonne langsam aufging und sich durch die Wolken ueber dem Chachani-Vulkan schob. In Arequipa angekommen ruettelte ich den Ozo aus dem Schlaf, der hier auf mich gewartet hatte. Weiterhin schmerzverzerrt schleppte ich mich durch die Strassen der weissen Stadt Arequipa, mit ihrem wunderschoenen Plaza de Almas und zwei riesigen Gipfeln die sich im Hintergrund aus der Kulisse emporhoben. Wir assen ein billiges Menu fuer 3,50 Soles (unter 1 Euro), bestehend aus einer Suppe, die mir Huehnerfuesse entgegenstreckte und einem einigermassen geniessbaren Stueck Rindfleisch mit Reis und Bohnen als Hauptspeise. Der Ozo nahm sich meiner Huehnerbeine an, seinem Namen alle Ehre machend, schlang er so ziemlich alles in sich hinein, was einem da vom Teller entgegenstarrte. Wir eroerterten die Situation. Ab sofort hiess es sparen. Nachdem wir Cusco verlassen hatten, war uns aufgefallen, wieviel wir eigentlich in den letzten Wochen dank einer gewissen “Ich kauf was ich brauch” Mentalitaet ausgegeben hatten. Dabei war viel zu viel fuer Essen draufgegangen und so stellten wir gewisse Budgetregeln auf, nachdem eine Extrapolation unserer bisherigen Spendings einen finanziellen Wirtschaftsschaden unserer Reisekassen in naher Zukunft vorhersagte. Zuerst jedoch meldete sich nochmal meine Gesundheit zu Wort. Das Essen war anscheinend nicht nur billig sondern auch nicht magenfreundlich. Zumindest was mich betraf. Und so legte ich mich, von einigen Toilettengaengen begleitet, erstmal nieder waehrend der Ozo sorgenfrei Arequipa durchforstete. Zwei Tage spaeter hatte sich mein Koerper wieder in eine stabile Lage zurueckgekaempft und um 4.30 Uhr des Folgetages starteten wir unsere Coca Canyon Tour.

Budgetregeln:

Tagesbudget 100 Soles (25 Euro)
  • Transport Langstrecken: die Ausgabe fuer Busse darf die Haelfte des Preises der teuersten Busagentur nicht ueberschreiten (vorausgesetzt es gibt mehrere Anbieter)
  • Transport Kurzstrecken: Taxis nur, wenn Fussmarsch unter 20 Minuten nicht moeglich
  • Unterkunft: Max. 20 Soles pro Tag
  • Essen: Max 15 Soles pro Mahlzeit, Tagesbudget von 20 Soles
  • Schokolade: nur an Wochenenden oder Feiertagen
  • Alkohol: Alkohol wird ab sofort nur noch getrunken, wenn das erklaerte Ziel ein anstaendiges Besaeufnis ist - kein geselliges Feierabendbier mehr

Der Coca Canyon kniete braun und trocken zu unseren Fuessen. Mit 3700 Metern der tiefste Canyon der Welt, lag ein huebscher Abstieg vor uns. Wir trabten mit unserem 9koepfigen Touristengrueppechen den schmalen Pfad hinunter, ab und zu von Ausfuehrungen unseres Tourifuehrers begleitet, der uns ueber Lebensgewohnheiten der Bewohner des Canyons und diverse Kraeuter aufklaerte. Nach einer Nacht in einem kleinen Dorf im Tal wanderten wir zur Oase, die gruen und saftig in Mitten der trockenen und braunen Umgebung nestelte. Von diversen Stroemen gefuettert, ragten nun Palmen und Wiesen aus der zuvor von Kakteen und Farnen dominierten Landschaft. Nach einer Weile am Pool und einer lang ersehnten Mahlzeit begannen wir den Aufstieg. Nasca planeVor uns fanden wir eine Wand, die recht steil nach oben ragte. Der Ozo nahm Fahrt auf. Er hatte, waehrend ich in Cusco Trank und Weibern froente, das laengste Flossrennen der Welt und zwei fast 6000 Meter hohe Berge absolviert. Nach bereits 10 Minuten musste ich abreissen lassen, das Ungeheuer vor mir schnaufte sich unaufhaltsam den Berg hinauf. Ich trottete den Pfad empor, begleitet von bassintensivem Elektrorock aus meinen Kopfhoerern. Ab und zu konnte ich den Ozo ueber mir erspaehen. Nach einer Weile jedoch bemerkte ich, dass auch in meinem Ruecken ein Kontrahent um jeden Meter kaempfte. Ohne die Last eines Rucksacks, hatte sich eine der Kanadierinnen in der flimmernden Hitze unbemerkt von mir in Position gebracht. Trotz gewisser koerperlicher Anzeichen der erneuten Schwaeche kaempfte ich mich nach oben und konnte mit 6-minuetigem Rueckstand auf den Ozo nach 1:36h den zweiten Platz fuer mich verbuchen. Nur zwei Minuten spaeter setzte die Kanadierin Fuss auf den imaginaeren Zielstrich auf dem Dach des Canyons. Erschoepft aber gluecklich ging es zurueck nach Arequipa. Von nun an ueberschlugen sich die Ereignisse, wir wollten relativ schnell nach Ecuador, die Grenze lag jedoch rund 2000 Kilometer noerdlich. Nachtbusse standen auf dem Programm um diesem Problem beizukommen.
Nach 8 Stunden waren wir in Nazca. Vor rund 1500 Jahren hatte die Nazca Kultur hier ein bemerkenswertes Erbe fuer die darauffolgenden Generationen hinterlassen. Im roten Gestein der Umgebung finden sich Linien und Figuren zu hunderten. 30 Minuten lang flogen wir ueber Affen, Kolibris, Astronauten und andere Zeichnungen. Im Sitz hinter mir wurde die Aussicht mit einigem Unbehagen aufgenommen und nach 15 Minuten hoerte ich Geraeusche, die auf die Wiederaufbereitung des Fruehstuecks schliessen liessen. Bis Ende unseres Fluges schlug der Magen der Aermsten wohl noch einige Loopings und voellig erschoepft und keiner Bewegung mehr faehig, wurde sie aus dem Flugzeug in den wartenden Rollstuhl verfrachtet. Wir hingegen waren guter Dinge und liessen uns mit dem Taxi in die Stadt fahren, da der Flughafen definitiv ausserhalb der 20 Minuten Marke lag. Es war des Ozos 30. Geburtstag und nach einigem Umschauen stellten wir fest, dass Nasca keineswegs durch grandioses Nachtleben bestach. Aber der Tag war jung, und nach einem weiteren Billigmahl, welches mein Koerper ohne Murren und Zucken in sich aufnahm, fasten wir den Beschluss, die oertlichen Sicherheitskraefte ein wenig herauszufordern. Ich kaufte Bier und Schokolade, die als Geschenk fuer den Ozo die Budgetregeln ausser Kraft setzte. In Shorts und oberkoerperfrei setzten wir uns in den Springbrunnen des Hauptplatzes. Die Stadt war eingeschlossen von einer wuestenaehnlichen Landschaft und weit und breit kein Pool in Sicht. Einheimischen erklaerten wir, kurz am Bier nippend und die Beine ins Wasser haltend, wir waeren Englaender. Nach ca 5 Minuten, das Bier war just in diesem Augenblick gelehrt, kamen schlagstockschwingend zwei Polizisten in unsere Richtung geeilt. Wir wurden einkassiert und in den Polizeiwagen verfrachtet. Unsere Personalien aufnehmend erklaerte man uns, dass es nicht erlaubt sei im Springbrunnen zu sitzen.
Ahnungslos gaben wir zum Besten, dass waere Neu fuer uns, in unseren Laendern sei das sehr wohl gebilligt. Nichts desto trotz, drohten uns 24 Stunden Arrest. Ein wenig schulterzuckend schauten wir den Kollegen an, nachdem er eine gewisse Erwiederung auf dieses Angebot erwartete. Wenn das so ist, dann ist das wohl so, gaben wir so oder aehnlich zu verstehen und fragten, was es im Knast so zu essen gibt. Der Polizist nahm die Sache gelassen auf und sagte, er werde mal beim Chefe fragen, was der so denkt. Er kam zurueck und sagte, wir haetten nochmal Glueck gehabt. Wir erwiederten dies mit der Frage,wo man denn am Abend in Nasca auf den Putz hauen kann, schliesslich ist es des Ozos Geburtstag. Wir wuerden die beiden Waechter des Gesetzes auch einladen. Sie sagten, sie waeren im Dienst bis 8.00 Uhr des darauffolgenden Morgens. Eine Cola waer aber ok. Und so fuhren sie uns zu unserem Hostel, kurz davor wurde ein Abstecher zu einem lokalen Geschaeft fuer Waren des taeglichen Bedarfs organisiert, wo wir Cola kauften. Nachdem Sie in unserem Hostel noch einige unangenehme Fragen in Richtung der Hostelangestellten taetigten, die uns zuvor versichert hatten, es waere erlaubt auf offener Strasse Bier zu trinken, machten sie sich wieder auf, die Strassen von Nasca ein wenig sicherer zu machen. Wir gaben ihnen 20 Soles fuer ein Feierabendbier am naechsten Morgen, bedankten uns artig fuer den schoenen Nachmittag und koepften das naechste Bier vor der Glotze im Hostel. Der Abend verlief weitestgehend unspektakulaer und so machten wir uns frueh am Morgen aus dem Staub in Richtung Norden…

English summary

The last days in Cusco were dedicated to pain. Not one day that something was aching climaxing in the highlight of an inflamed nerve. After a massage I prescript myself a heat therapy, whereas going to the coast. I headed off to Arequipa and after another 8 painful hours in the bus I finally arrived in the beautiful white city. The plan was going to the Coca Canyon, but after a cheap meal my stomach gave up and I hit the bed for the next 20 hours or so. The Ozo had been waiting in Arequipa for quite some time and was desperate to leave, so I got myself together and we left at 4.30 in the morning for the deepest canyon in the world. Before that and after having figured out that we spent way too much money the last weeks we established some basic budget rules:

Daily budget 100 Soles (25 Euro)
  • Transport long distance: not more than half the price of the most expensive bus company (supposed there are more than one)
  • Transport short distance: cabs only If not possible to walk under 20 minutes
  • Accommodation: Max. 20 Soles per day
  • Food: Max 20 Soles, not more than 15 Soles per meal
  • Chocolate: only on weekends or holidays
  • Alcohol: Alcohol is only allowed in order to get fairly drunk – no beer for socializing

We arrived at the canyon and looked down into a big brown and dry gap. Being the deepest canyon in the world, with 3700 meters, the descent took a bit and was not really joint-friendly. We slept a night in the valley and descended further down into an oasis, quite a paradise compared to the slightly hostile landscape surrounding it. After some time at the pool the final ascent was at the agenda. It turned out to become a race with the Ozo, who had had much more training the last weeks on the highest podium, me coming in 2nd and a Canadian girl in 3rd position not far behind me. The next day we were back in Arequipa. Exhausted but happy. From when on events were rushing through. We wanted to get to Ecuador quite fast. The solutions were night buses and after a 8 hour ride to Nasca we flew over the Nasca lines. Having lunch near the main square it seemed not too much to do in Nasca. It was the Ozos 30th birthday, so we had to come up with some kind of an idea. I bought some beer and chocolate, which as a present were not a violation of our budget rules. After that we walked to the main square and sat in the fountain, claiming we were English and in order to have a perfect disguise opening a beer and getting rid of our shirts. Not long after that the police arrived and took us into custody. Well, just the police car. They drove us to the police station and told us, we might have to spend 24 hours in prison. Not too much impressed we replied, if that is according to the law, it might be alright with us. We explained ourselves - birthday, no pool and assuring the officer we were no podheads the situation eased. He asked his boss at the station what to do and told us we were lucky. We agreed about a coke as a reimbursement and gave them 20 Soles for a beer after their shift. Quite pleased about that, we got a ride back to the hostel. We politely said thanks for a lovely afternoon and opened another beer, this time in front of the TV at the hostel. The rest of the night was less eventful since Nasca proved its first impression of boredom.
November 04

Peru – back on the road


Norden, Sueden, Osten? Ecuador, Argentinien, Bolivien? Wohin nur sollte ich meinen Rucksack tragen? Szenariomanagement musste her. Drei Opionen hatte ich nach einer Weile ausfindig gemacht.

  • 1. Bolivien und dann Richtung Sueden nach Argentinien und von da aus nach Brasilien.
    Vorteil: Steak, lange Tage (suedliche Hemisphaere) und Patagonien
    Nachteil: Schweinekaelte in Bolivien (nachts), relative teuer und europaeisch in Argentinien
  • 2. Ecuador, Kolumbien, Venezuela, Brasilien
    Vorteil: feminine Reize, Tauchen und Parties
    Nachteil: Chavez in Venezuela und Guerrilas in Kolumbien
  • 3. Ecuador, Kolumbien und von da aus Richtung Panama bis nach Mexiko hoch
    Vorteil: jede Menge neue Stempel im Pass, Mayas, Azteken sowie Tauchen und Straende
    Nachteil: straffes Programm angesichts ungewisser Butgetsituation

Nach Konsultation der Heimat wurde Option 2 als Primaeropstion eingeloggt. Streckenrecherche sollte dann jedoch zwischen Option 2 und 3 entscheiden. Das Ziel war klar. Norden. world route

October 29

Peru – carrying a little smile around


Einer der letzten Tage in Cusco...

Cusco cementery churchHunderte Wolkenbausche hingen im Himmel, die Sonne lukte jede fünf Minuten hindurch und brannte auf uns herab. Nachdem ich am San Pedro Markt durch die Stände und eine Kunstausstellung geschlendert war, wanderte ich hinauf zur Friedhofskirche. Ein riesiges Wandgemälde zierte die Aussenmauer des Friedhofes, die Geschichte der Inkas und der spanischen Kolonisierung wurde erzählt und eine Prozesion war abgebildet, ein alltägliches Bild, denn es gehöre fast zur Normailität des Tages, dass kleine Menschengruppen durch die Strassen Cuscos zogen, das Bild der Maria oder einer anderen rekigiösen Person in ihrer Mitte tragend. Ich fragte den Wärter am Eingang zum Friedhof, ob es erlaubt wäre Photos zu machen, die Antwort die ich erhielt war jedoch alles andere als verständlich nach nur vier Wochen Spanisch, nach erneutem Nachhaken wurde mir jedoch die Erlaubnis erteilt. Ich ging durch das Fronttor und zu meiner Rechten blickte der ans Kreuz genagelte Jesus von der Familiengruft der Moscosos auf mich herab. Hinter kleinen Fenstern standen Bilder der Verblichenen sowie Kerzen, Blumen und andere Kleinigkeiten. Auf der linken Seite zog sich eine Wand knapp 80 Meter in die Länge, die weitere Gräber beinhaltete. Seltsamerweise erfüllte die Städte der Toten mich nicht mit Traurigkeit, sicher, eine stille Andacht durchfuhr mich, als ich entlang der zahllosen Grabkammern ging, die in 6 Zeilen übereinander in den Stein eingelassen waren. Die Endgültigkeit, die Friedhöfe wie wir sie kennen ausstrahlen war hier jedoch eher von einer über das Leben hinausreichenden Präsenz der Verblichenen geprägt. Unzählige Bilder und Namen, neben- und übereinander, meist hinter mit Goldrahmen verzierten Glasscheiben versehen spiegelten sich im gleissenden Sonnenlicht wieder.
Ich ging in Richtung eines Tores und machte ein Photo. Eine Frau mit Blumen kam in meine Richtung. Ich grüsste und sie fragte mich ob ich Photos machen würde. Ich bejahte dies und sie fragte mich was ich von diesem Ort halten würde. In meinem recht begrenzten Spanisch sagte ich, dass dies hier eine schöne Brücke zwischen dem Leben und der anderen Seite darstellen würde, dass es schiene, als wäre ein Stück der Menschen nach wie vor hier. Sie nickte und fragte, ob ich sie ein Stück begleiten würde. Sie war Englischlehrerin und so setzten wir die Unterhaltung auf Englisch fort. Sie besuchte ihren Vater, der Polizeibeamter gewesen war und daher in einem neuen Abschnitt des Friedhofes beerdigt war. Sie glaubte an Gott, entgegnete sie als ich sie fragte ob sie katholisch sei. Anders als die etwa 95 Prozent der Peruaner war sie jedoch nicht an die Institution der katholischen Kirche gebunden. Zudem glaube sie an das Vermächtnis der Inkas, die viele andere Gottheiten verehrt hatten und daran glaubten, dass spirituelle Kräfte in allem irdischen lebten, wobei Berge, Flüsse und Seen eine besondere Rolle spielten. Ich half ihr mit den Blumen. Eine Leiter liess sich seitlich entlang der Grabreihen verschieben und so stieg ich hinauf zur vierten Reihe einer Grabeinbuchtung ohne Namen. Sie hatte noch nicht die Zeit gefunden die Beschriftung vorzunehmen, ihr Vater war erst vor einem Monat verstorben. Cusco cemeteryCusco cemeteryIch sprach mein tiefes Mitleid aus, sie erwiederte, es sei in Ordnung, er lebe jetzt ein anderes Leben. Ich gab ihr die beiden Vasen hinunter, die vor dem anonymen Grab standen und schaute über das restliche Geschehen. Vor den Reihen der Toten spielte ein Vater mit seiner Tochter Fussball. Der Ball sprang gegen eine der Scheiben, niemand der restlichen Anwesenden störte sich jedoch daran, die Gespräche und ein sonntägliches Picknick gingen weiter als wären wir auf dem vorher noch besichtigten San Pedro Markt. Ich half Emma, so hiess die wohl Anfang 40 seiende Englischlehrerin, beim Austauch des Wassers und der Blumen. Im Hintergrund stand die Familie, die soeben noch Fussball gespielt hatte vor einer der vielen Glasscheiben, die Köpfe gesenkt. Die kleine Tochter, mit rund 7 Jahren ebenso alt wie meine Nichte, stand vor ihren Eltern und sprach eine Art Gebet oder eine Ansprache an die Oma oder den Opa, so vermutete ich. Und erneut schwang nicht Trauer oder Leid mit in den Worten des kleinen Mädchens sondern Freude, als wäre kein Unterschied zwischen ihrem Fussballspiel und dem Picknick und dem Schicksal ihrer geliebten Grosseltern. Erneut stieg ich hinauf zum Grab von Emmas Vater und stellte die beiden Blumenvasen vor die karge Wand. Ich verabschiedete mich von ihr, ich wolle ihr ein wenig Zeit für sich und ihren Vater geben.
Zurück auf dem ersten Friedhofsgelände sezte der Regen ein und ich sah hinauf in den Himmel. Die Wolken hatten sich verdichtet und die Wolken hatten für heute den Kampf gegen die Sonne gewonnen. Vorbei an freundlich grüssenden Menschen und lachenden Kindern ging ich zum Ausgang.

English version

One of the last days in Cusco...

A hundred little puffy clouds were hanging in the sky and the sun, peaking through them every five minutes, was burning down on us powerful. After wandering through the little shops and an open air art gallery near the market did I ascend to the cemetery. A giant mural stretched along the wall of the cemetery, telling the story of the Incas and the Spanish colonization. The picture of a procession showed the daily situation you can still experience in Cusco. Little groups of people, carrying a statue or picture of a saint or Maria amidst them, stroll through Cuscos streets. I asked the guard if it’s allowed to take photos, the response was everything but understandable with my level of Spanish after 4 weeks of language lessons and so did I repeat my request. I got the permission and walked through the front gate. On my right side was Jesus, hanging on a cross and watching down at me from the gravesite of the Moscoso family. Photographs of the deceased, candles and other little things were sitting behind small windows. On my left side did the wall stretched down another 80 meters, with numerous other gravesites embedded. Awkwardly did I not feel any gloom or sadness at this place. Of course, I was filled by a feeling of silent devotion as I continued walking along the graveyard, with 6 chambers over each other inset in the stone. The total definitiveness, expressed by cemeteries as we know them was overshadowed by a presence of the dead which had survived the limitations of life. Countless photographs and names, next or above each other and most of the time behind glass framed with gold, reflected in the broad sunlight. I waked to a gate and took a photo.
Cusco cemetery rear gateA woman with flowers came into my direction, I said Buenes tardes and she asked me if I took photographs. I said yes and she asked me what I was thinking about this place. With my broken Spanish did I tell her that this place represents a very beautiful bridge between our life and the other side, that it appeared as if a part of these people was still here. She nodded and asked if I wanted to accompany her for a bit. She was an english teacher and so we continued in english. She was visiting her father, a police officer who was buried in a new district of the cemetery. She believes in god did she reply to my question if she was catholic, but other than the 95 percent of the Peruvian people does she not tie herself to the institution of the catholic church. Furthermore did she believe in the heritage of the Incas, who honored many gods and thought that spiritual powers were possessed by everything material with mountains, lakes and rivers as special divine carriers of these spirits. I helped her with her flowers. A ladder could be shifted along the grave rows and I climbed up to the fourth row to a graveside without any declarations. She hasn’t had the time for decorations, she said, her father just died a month ago. I told her my deepest sympathies and she replied that would be ok, he would just live a different life now. I passed the flower vases down, which stand in front of the anonym grave and looked over the scenery which took place at the side. In front of the last places of the deceased, a father played football with his little daughter. The ball bounced back from one of the glasses after a misdirected kick but non of the people present took notice or complained, continuing with their conversations and the Sunday picnic as if we still were at the San Pedro market I just had visited before. I helped Emma, which was the name of the about 40 years old teacher, with the water for her flowers. In the meantime the family who had just finished their football game was standing in front of one of the little windows, the heads bowed. The daughter, with around 7 the same age as my little niece, was telling a prayer or a little story, maybe the last family news to her grandmother or grandfather, so I assumed.
And again, it wasn’t misery or grief which was carried along with her words but glee and happiness, as if were was no difference between her and the football game or picnic and the faith of her beloved grandparents. One more time did I climb up the ladder and placed the vases in front of the naked wall. I said goodbye and thanked her, giving her time for herself and her father. Back at the cemetery court rain started tripling and I looked up into the sky. The clouds were winning the battle against the sun it seemed. Passing along friendly greeting people and smiling children did I exit this special place, leaving an inspiring afternoon behind.
October 24

Peru - sorting out life


priness meal Vilcabamba Zurueck von Machu Picchu stand eine weitere Runde Nachtleben in Cusco an, welche jedoch ohne groessere Spuren im Zentrum meiner Langzeiterinnerungen vorrueberging. Ozo und Joel fluechteten in den Jungle um am groessten Flossrennen der Welt teilzunehmen und ich widmete mich den Verben. Spanisch. Zudem hatte ich den weitreichenden Entschluss gefasst, herauszufinden inwieweit meine literarischen Erguesse sich in ein Hardcover einschlagen lassen. Die Frage jedoch war, wo sollte ich versuchen, ein Buch zu schreiben? Nach Recherchen schwankte ich zwischen Arequipa, die weisse Stadt des immerwaehrenden Fruehlings und Quillabamba, der sogenannte Cusco Jungle. Waehrend die Waage langsam in Richtung Arequipa kippte, wurde ich nochmal eben krank, mein Kopf barst und ich fuehlte mich als wuerde ich auf Eierschalen durch die Stadt stolzieren.
Ich wankte in ein Restaurant auf der Suche nach etwas Essbarem und nicht imstande die Kellnerin zu verstehen half mir eine charmante junge Dame aus, die sich spaeter als Inkaprinzessin dauerhaft in mein Gedaechtnis brennen sollte. Wir unterhielten uns ueber die Schreiberling-Misere und sie ueberzeugte mich davon, Quillabamba den Vorzug zu geben. Angesichts optischer Reize und der Tatsache, dass auch meine Lunchretterin am Wochenende in Richtung Jungle aufbrechen wollte, eine relativ leicht getroffene Entscheidung. Am naechsten Tag erstanden wir die Ticket und sie brachte mich zu einem peruanischen Restaurant. Die Portionen, die dort serviert wurden, haetten selbst Homer Simpson in Bedraengnis gebracht. Dazu gab es eine Art Erdbeerbier, welches in einem Glas serviert wurde, welches ich nur schwerlich in meinem zarten Haendchen halten konnte. Nach erfolgreicher Verdauung ging ich brav frueh zu Bett, der Bus sollte gegen 6 losfahren, eine Zeit zu derer sich die peruanischen Haehne noch den Schlaf aus den Augen reiben.
5.50 war ich am Bus, meine Erkaeltung war verschwunden, nur zu dumm, so war auch die Prinzessin. Sie hatte die Nacht im Mama Africa verbracht, auch ich hatte mir dort bereits einige Kopfschmerzen eingehandelt. Cusco night picknickNach 8 Stunden waren wir auch schon in Qillabamba, von dort ging es im Collective weiter nach Vilcabamba. Ich sass auf einem kleinen Holzschemel, die Schiebetuer unseres Transporters in 50 Zentimeter Entfernung vor den Augen und waehrend er Transporter mit weiteren 13 Insassen (9 Sitzer) an einer gewaltigen Kulisse vorbei durch die Serpentinen semmelte, schaute ich entspannt 3 Stunden lang auf die Steilwand vor mir. Was folgte waren knapp 20 Stunden romantischer Abgeschiedenheit, wir kletterten hinauf zur Rispata Festung und gingen zu einem Ort, der in der lokalen Sprache Quecha soviel wie "wo die Prinzessin urinierte" bedeutete. Danach machte sich meine Prinzessin, die artig herkoemmliche Sanitaeranlagen vorzog, wieder auf den Weg zurueck nach Cusco und ich mich daran, die ersten Zeilen eines Buches in meinen Computer zu hacken. Einige Tage der Abgeschiedenheit spaeter schloss ich die Prinzessin in Cusco erneut in die Arme und traf erste Vorkehrungen fuer mein letztes grosses Abendteuer auf dieser Reise. Suedamerika. Weitere Versicherungen wurden abgeschlossen, Souvenirshopping, Reiseberichte lesen und DVD´s brennen. Ich handelte einen Deal mit der Prinzessin aus, dass ich ihr meinen Computer ueberliess, waehrend sie im Gegenzug ein lokales Waisenheim unterstuetzte. So bekamen wir relativ schnell ein gemeinsames Kind, der kleine Funkito und nach einigen wundervollen Tagen liess ich sie sitzen... Schweren Herzens brach ich nach knapp 7 Wochen in Cusco auf...

English summary

After coming back from Machu Picchu the Ozo and Joel left for the jungle and I stayed behidn for another week of Spanish. I finally decided to give it a go and try if I´m able to type more than just my travel experiences and start writing the first lines of a book. The question was, where? I caught a flue and half awake went to a restaurant where I met an Inca princess who helped me ordering some food and told me the place to be for an easy to destract guy like me is Quillabamba. And as coincide has it, she was leaving there for the weekend. Said and done I found myself with a beautiful princess, the book didn´t start off for another two days...
After a wonderful time with the princess I took walks around and started typing some pages with the success of exploring ideas and the insight that there is potential. One will see. The following week I spent in Cusco with the princess, doing travel admin while she was working and having a great time. I gave her my computer and from the money we "adopted" a child, providing a nearby orphanage with the expenses.. Leaving a princess and a child behind I left with a heavy hard but lots of good memories.. Gracias princessa, con un abrazito y muchos besitos...
October 20

Peru ' Salkantay trek to Machu Picchu


Salkantay basecampDer erste Tag unseres Maccu Picchu Treks war relativ bedeutungslos verlaufen. Oder zumindest eher negativ. Frueh war es losgegangen. 4.00 hatte sich mein Wecker erlaubt, die kalte und ruhige Nacht durch sein penetrantes Laeuten zu beenden. 30 Minuten spaeter sassen wir vor der Tuer des Hostels. Das Warten begann. Gegen 5 Uhr entdeckte ich, dass ich einen Pullover zuviel eingepackt hatte. Der Regenbogenpullover von unserer Los Colores de Peru – Party wanderte zurueck ins Hostel. 5.20 Uhr. Meine Sonnenbrille fehlte. Zurueck ins Hostel. Nach einigem Suchen fand ich sie unter dem Bett. Gut, dass uns nach einer Stunde Warten immer noch niemand aufgelesen hatte. Wir sassen weiter stumpf in der Gegend herum, wundernd, ob dies nach wie vor Teil der etwas verschobenen suedamerikanischen Definition des Begriffes Zeit war. Kurz vor 6 tauchte dann ein peruanischer Zwerg auf und gab Kommando zum Abreiten. Weitere 10 Minuten darauf fand sich unser Dreimanntrupp in einem Bus wieder, der mit 3 weiteren Tourgruppen vollgestopft war. Gegen 6.30, zwei Stunden nach vereinbartem Treff erfolgte dann die tatsaechliche Abfahrt. Ein gewisses Stimmungsembargo hatte sich engestellt. Auch unser versprochener Guide war nicht auffindbar. Verstauchter Knoechel wurde uns als Erklaerung serviert und als Substitut der abgebrochene Peruaner dargeboten, der uns zuvor am Hostel mit drei Worten empfangen hatte. Wenig spaeter stellte er sich mit “Hey guys, my name is Michael Angelo, I´m your guide” auch namentlich vor, fuer uns war er jedoch bereits als “der Hobbit” in die Analen eingegangen. Nachdem wir den Verlust einer Flasche Rum deklarieren mussten, die auf ungewisse Weise abhanden gekommen war, wurde der erste Tag bereits vor Beginn der ersten Fussmeilen unter “S” wie Kacke kategorisiert.
Salkantay horsemenDer Marsch begann und einer nach dem anderen versuchten wir, unserem Guide ein paar Saetze zu entlocken. Sein Englisch war nur unwesentlich besser als unser Spanisch, was eine Kommunikation oberhalb des Kindergartenniveaus erheblich erschwerte. So ergab es sich, dass unser Guide allein vor sich hin trottete und die Gruppe, bestehend aus 3 italienischen Lesben, drei Belgiern und der bereits bekannten Sacred Valley Crew, sich mit sich selbst beschaeftigte. Nach einigen Stunden erreichten wir das Basiscamp am Fusse des Salkantay und wenig spaeter legte sich ein kalter Schatten ueber das 3800 Meter hoch gelegene Feld, auf welchem wir die Zelt aufgeschlagen hatten. Eingepfercht in einem kleinen Staellchen, aber gluecklich ob einer warmen Mahlzeit nahmen wir Popkorn, Suppe und Reis mit Kartoffeln und einer Ecke Fleisch in uns auf. Es war der Beginn einer etwas eigenartigen Kommunikation zwischen uns und den kleinen Hobbits, die uns durch die monumentale Landschaft fuehren sollten. Unsere Fragen wurden stets mit den Antworten torpediert, die unsere jungen Gastgeber fuer jene hielten, die wir hoeren wollten. So konnte die Frage: “Wann gibt es Essen?” mit “In zehn Minuten.” beantwortet warden, die tatsaechliche Ankunft der angepriesenen Speise zog sich dann jedoch meist noch weitere 60 Minuten hinaus. Oftmals befand sich dieser Umstand ausserhalb des angestrebten Vorsatzes “Daran gewohnen wir uns schon”. Wie dem auch sei, als Weltenstreuner nimmt man die Dinge wie sie sind und so pirschten wir am naechsten Morgen weiter. Der Berg nahm Formen an und die Luft wurde duenner.
Christian, der Neuseelaender stuermte vor mir den Anstieg hinauf und ich wunderte mich, woher die Energie kam. Zwei Tage zuvor noch hatte sein saemtlicher Mageninhalt den Koerper diverse Male am falschen Ende verlassen. Mit Coca-Blaettern im Mund und einem Laecheln auf den Lippen wurstelten wir nun den Berg hinauf. Dank seines sonst gesunden Appetits und eines recht brachialen Laufstils war er in unserer kleinen Gruppe nun nur noch als der „Ozo“ (Baer) bekannt. Nach einigen weiteren Kilometern erschien das weisse Monster Salkantay zum Greifen nah vor uns. Diverse Muli-Karaven trabten an uns vorbei, beladen mit Zelten, Schlafsaecken, Essen und Gepaeck. Ein kleiner See schimmerte vor uns und der letzte Anstieg legte sich um den Berg. Jeder kaempfte fuer sich, jeder Schritt war begleitet von einem Rasseln in den Lungen, die Beine wurden schwerer. Die Coca-Blaetter verschwammen zu einer breiigen Masse, waehrend ich an einer Herde Mulis vorbeirannte und vor einem riesigen Stein meine Kamera vorbereitete um das rege Treiben auf den Sensor zu bannen. Auf dem Gipfel angekommen, peitschte mir ein harscher Wind entgegen und die Kaelte nahm mich erneut in die Arme. Hinter uns ging eine Lawine den Salkantay Berg hinunter, der 6271m hohe Gipfel hoch ueber uns war in dicke Wolken gehuellt, vereinzelt war die Sonne als oranges Schimmern wahrzunehmen. Wir befanden uns 4600 Meter ueber dem Meeresspiegel, der bisher hoechste Punkt meiner Reise. in the cloudsDer Hobbit gab erstaunlicherweise eine kurze Ansprache und erklaerte uns etwas ueber die Inkas. Ein Grossteil erfolgte jedoch in Spanisch, so dass uns die Italienerinnen im Nachhinein eine Kurzversion dessen erklaerten. Von nun an ging es groesstenteils bergab. Die Landschaft wechselte erneut und eine bizarre und seltsam erscheinende Mondlandschaft bot sich dem Auge des erstaunten Wanderers. Ich kraxelte den weissen Sandweg hinunter und nach einer Stunde schob sich ein Fluss ins Sichtfeld, der zwischen dichten Wolken und Mondgestein seine Bahnen zog. Ich verharrte fuer knapp 20 Minuten und sah zu, wie die Wolken durch das Tal plaetscherten, Mulis und Touristen trabten unter mir vorbei und verschwanden wenig spaeter in der Groesse von Ameisen um die Kurve am Horizont. Wir erreichten eine kleine Huette, gelegen auf einem Plaeteau, dahinter eine Wand aus Nebel. Nach einer einsilbigen Darlegung des Tagesrestprogrammes und einem grenzwertigen Mittagsmahl, war es unsere Gruppe, die als letzte den Marsch in Richtung Dschungel auf sich nahm. Der Ozo und ich waren es dann die als erste in der Naehe unseres Zeltplatzes ankamen. Die Mondlandschaft war dichtem Bambus und Lianen gewichen und dank einer erheblichen Hoehenabnahme waren die Temperaturen langsam ertraeglich. Nach einem Bier kam auch der Rest der Truppe angetrabt und wir schlugen unser Lager auf. Der Hobbit erzaehlte uns von den heissen Quellen, nur ein fuenfminuetiger Fussmarsch vom Campingplatz. Es war bereits dunkel und erneut ziemlich frisch. So dachte sich der deutsche Sportskamerad, er spart sich Gepaeck und all den Kram im Sinne der Effizienz. Badehose, peruanische Wollmuetze, Handschuhe und Flip Flops tragend, die Brustwarzen zu Speerspitzen ausgefahren, hopste ich von einem Bein auf das andere dem Abmarsch entgegen. Und wie konnte es mich eigentlich noch ueberraschen, die 5 Minuten zogen sich zu 20 Minuten hin. Wir stiegen in das warme Wasser hinab, kaltes Bier machte den Aufenthalt ertraeglicher, die Abwesenheit femininer Reize liess die Angelegenheit dann jedoch im Wabern des Dunstes ein wenig homosexuell erscheinen. Dank der erneut nicht unbedingt punktgenauen Zeitbeschreibung des Hobbits stand ich nun erneut in Shorts und oberkoerperfrei da, einstellige Temperaturen machten den Aufenthalt ein wenig unerfreulich. Ich entschied mich den steilen Anstieg hinauf zu unserem Zeltplatz zu rennen, was dank Mulidung und –urin auf diversen Streckenabschnitten im Dunkel der Nacht nicht zu leicht war. Kurz vor dem Gipfel versperrten mir zwei Mulis den Weg, die gemaechlich nach oben trabten. Zitternd gelang es mir den Reisverschluss des Zeltes zu oeffnen und mein Werder Bremen Flece und die Trekking Jacke erwaermten meinen klammen Koerper...
2nd campsite jungle Einige Stunden spaeter brannte die Sonne durch das Blattwerk des Dschungels, 30 Grad und mehr liessen die vergangenen Tage der Kaelte vergessen. Meine Kniee hatten den Abstiegssprint nicht wirklich gut verkraftet und so plapperte ich ein wenig Spanisch mit einer der Italienerinnen, die es gewohnheitsmaessig etwas ruhiger angingen. Sattes Gruen zu allen Seiten, der Urabamba Fluss schnitt sich unter uns sein Bett ins Gestein und der weisse Gipfel des Salkantay verschwand langsam hinter uns am Horizont. Mittags erreichten wir ein Restaurant, bestehend aus vier Waenden, jedoch ohne Dach. Der Grossteil der peruanischen Haeuser steht oben ohne oder zumindest unfertig da. Meist werden Bauten mit drei Stockwerken angegeben, aber nur zwei fertig gestellt. Die Erscheinung man wuerde in einer Baustelle wohnen, wird vielerortens jedoch durch den Umstand kompenisert, dass dies Steuern spart. Vielleicht hatte die Regierung vor, mit der nationalen Architekturlandschaft die Ruinen der Inkas nachzubilden. Nur noch 1500m ueber dem Meeresspiegel brach eine ungewohnt laue Nacht an. Nach einigen Minuten in einer „Diskothek“ und einem Bier machten wir uns bettfertig. Unsere Gruppe war die einzige ohne Hostel in dem Nest und so waren es einzig unsere Zelte, die in einem kleinen Gruen- oder vielmehr Graustreifen abseits des neuen Marktgebaeudes standen. Wir warteten nun, ob weitere Idiotien in Agua Caliente, einem kleinen Touristendorf am Fusse des Machu Picchu auf uns warten sollten. Erstaunlicherweise verlief alles nach Plan und unser Hostel in Agua Caliente war durchaus brauchbar. Nachdem wir rund 80 Kilometer in den letzten vier Tagen zu Fuss zurueckgelegt hatten, stand nun Machu Picchu auf der Tagesordnung.
Gegen vier Uhr machten wir uns auf den Bingham Highway hinaufzulaufen, die Strasse, die sich im Zickzack den Berg hinaufwendelt, benannt nach dem Mann, der das Inka-Monument 1911 wiederentdeckt und durch seine Publizierung in National Geographic der Weltoeffentlichkeit erneut zugaenglich machte. Darueber hinaus entwendete er auch 4000 Boxen mit Artefakten, die groesstenteils nach wie vor im Besitz der Yale-Universitaet in den USA, nicht in Peru aufgebahrt sind. Gegen halb sechs erreichte ich das Eingangsportal, wo der Ozo bereits wartete. Um sechs gingen die Tore auf, wir mussten jedoch warten. Unsere Tourgesellschaft hatte nicht genug Geld geschickt und so musste ich unserem Guide knapp 100 Euro leien, damit er weitere Tickets kaufen konnte. Zornig blickten wir den Massen hinterher, die sich an uns vorbei durch das Portal schoben. Dann kam unser Guide aus dem Bus gestuermt und hechelte uns die Tickets entgegen. Er konnte einem nur leid tun mit Arbeitgebern, die offensichtlich nicht viel von ihrem Fach verstanden. Wir stuermten durch die Inka Zitadelle, liessen die uralten Inkamauern unbesehen an uns vorbeiziehen, man muss unter den ersten 200 sein, moechte man in der ersten Gruppe den Huayna Picchu Berg hinauf, der Koloss, der auf jeder Machu Picchu Postkarte im Hintergrund tront. Die ersten Sonnenstrahlen schienen durch die Wolkendecke auf die ueber 500 Jahre alten Mauern. Weiteres Warten begann bis sich um 7 Uhr die Tore oeffneten. Position 43 und 44 stand auf unseren Tickets und noch darueber gruebelnd, ob es eine weise Entscheidung war, die wertvollen ruhigen Minuten ohne groesseren Touristenansturm wartend vor einem weiteren Tor zu verbringen rannten wir erneut den Berg hinauf. Maccu Picchu storehouse view on Wayna Picchu mountain 5 weitere Touris sassen bereits auf dem Gipfel, nachdem wir in nur 25 Minuten an allen anderen vorbeigestuermt waren. Wir sassen hoch oben und ein munteres Photoschiessen begann. Ich bereute nun die Entscheidung fuer das Anstehen, setzte mich auf einen der riesigen Felsbrocken und schaute hinab auf die alte Inka-Anlage. Um 1480 erbaut und nur knapp 100 Jahre spaeter wieder verlassen, hatte sie eine kurze Halbwertzeit fuer die Inkas inne gehabt. Nun jedoch, gegen 9.00 Uhr tuermten sich bereits die Touristen. Ich begann erneut den Abstieg und gegen 11 Uhr begann unsere Fuehrung durch die Mauern von Machu Picchu. Unser Guide erklaerte uns die verschiedenen Mysterien, die den Ort umgaben, die verschiedenen Theorien ueber Sinn und Zweck der Ruinen und warum sie wohl von den Inkas verlassen wurden. Die verschiedenen Bauten, die Raeume fuer Bewohner, Priester und Nobelmaenner wurden siziert, die Funktion des Intihuatana, des wohl beruehmtesten Steins Perus wurde uns naeher gebracht und die verschiedenen Legenden und Mythen des Inkalebens wurden erklaert, bevor wir erschoepft vor den gruenen Feldern mit Lamas und Alpacas niedersanken. Ich hatte noch einen halben Liter Wasser uebrig, auch Ozo war nicht mehr allzu fluessig. Wir spielten mit dem Gedanken, zu guter Letzt auch noch den Machu Picchu Berg selbst hinauf zu wandern, mit etwas ueber 3000 Metern nochmal knapp 200 Meter hoeher gelegen als der am Vormittag erklommene Huayna Picchu. Da wir nicht vor hatten sobald wieder hier aufzutauchen, ignorierten wir diverse weiche und wunde Koerperstellen. Vorher wurde eine mit 15 Soles voellig ueberteuerte Cola und eine Queche in den bisher nicht sonderlich verwoehnten Wanst geworfen und eine weitere Stunde spaeter, um einige Schmerzen reicher und diverse Fluessigkeiten aermer standen wir schnaufend da und lukten in die Szenerie. Machu Picchu lag klein und harmlos zu unseren Fuessen, Touristen waren mit dem blossen Auge nicht mehr wahrnembar. Die Nachmittagssonne brannte erbarmungslos hinunter und wir schuetteten den letzten Tropfen kostbaren Nass in uns hinein.
Dann hatte der Ozo eine Idee, die ein Fuenftklaessler, der grade seinen ersten Joint hinter der Turnhalle geraucht hat, wahrscheinlich als Geniestreich bezeichnet haette. Ich hatte jedoch berechtigte Zweifel. Vor uns faedelte sich ein kleiner Pfad in das dichter werdende Gruen und laut Ozos Empfinden fuehrte dieser direkt zum Sonnenportal. Laut Karte war dies jedoch voelliger Humbuk. Dementsprechend folgten wir dem Pfad. Die Uhr blinzelte uns ein lustiges 15.15 entgegen, um locker den Zug um 18 Uhr zu erreichen sollten wir entsprechend spaetestens um 16.30 mit dem Bus den Bingham Pass hinunterfahren. Der Pfad wurde nach knapp 40 Metern von einem dichten Dschungel konsumiert. in the jungleDas Blattwerk wurde dichter, einige Male verlor ich den Ozo aus den Augen, der sich wie eine Furie durch Lianen, Wurzeln und Gestripp katapultierte. Mein T-Shirt nahm langsam einen tristen Braunton an, in einem kleinen Sportartikelgeschaeft in China erstanden, sollte es den letzten Tag in seinem orginal strahlenden Weiss erlebt haben. Ich polterte weiter dem Ozo hinterher, es ging steil bergab und diverse Male war es mehr fallen und straucheln als laufen, was wir da boten. Dennoch, die Indiana Jones Hymne pfeiffend, hatte es die ersten 30 Minuten einen gewissen abendteuerlichen Charakter, der danach jedoch durch Resignation und Erschoepfung in eine eher unerfreuliche Emotionalisierung abglitt. Wir stiegen einen kleinen Gipfel hinauf, ich konnte weder Sonnenportal noch Machu Picchu ausmachen, um uns herum dominierte die Farbe Gruen. Weitere wertvolle Minuten vergingen, ich sah den Zug bereits ohne uns abfahren. Ich balanzierte ueber eine Wurzel und hielt dann kurz inne. Was ich unter mir als Erdreich wahrgenommen hatte, entpuppte sich nun als loses Gruen. Die Wurzeln waren durch diverse Farne ueberwachsen irgendwie bis in zwei Meter Hoehe gewachsen und durch einige Loecher konnte man den tatsaechlichen Dschungelboden ausfindig machen. Ich seilte mich vorsichtig ab, kurz darueber sinnierend, wie der ADAC Hubschrauber es wohl geschafft haette, mich mit meinem gebrochenen Bein hier aus dem Dschungel abzutransportieren. Es war kurz nach halb Vier als wir an einer uralten Inkamauer vorbei einen weiteren Gipfel erklommen. In 300 Meter Entfernung konnte man tatsaechlich das Sonnenportal erkennen. Wir sprangen hinab und kaempften uns erneut durch den Dschungel. Ich versuchte einen Pfad zu verfolgen, der anscheinend um den Berg herum hinabfuehrte. Nach einigem Fallen entpuppte sich dies jedoch als nicht besonders clever. Sackgasse. Knapp 30 Prozent Steigung mussten nun wieder erklommen werden. Ich hangelte mich an einer Wurzel nach oben, die nach kurzer Zeit das Erdreich verliess und in meiner verkrampften Hand mit mir in die Tiefe stuerzte. Ich hoerte die Rufe des Ozos und kaempfte mich irgendwie zurueck, eine weitere kraftraubende Aktion. Kurz vor Fuenf stolperten wir dann zum Sonnenportal hinab. Fuer Jubelarien blieb wenig Zeit, obwohl wir ohne Frage die “Machu Picchus duemmster Tourist des Monats” Plakette verdient hatten.
30 Minuten Fussmarsch waren fuer den Weg von Machu Picchu zum Sonnenportal veranschlagt und ein Blick auf die Uhr verriet nichts Gutes. Wir rannten also hinab, ueberholten 4 andere Touris und auf dem Weg nach unten versprach mir der Ozo ein ueberteuertes Bier amAusgang. Wir flogen hinab und waehrend ich die Bustickets erstand, fand der Ozo heraus, dass die Shops bereits geschlossen waren. Maccu Picchu postcard pictureKein Bier, kein Wasser. So sassen wir im Bus, die Rentnerfraktion bestieg den Bus, jeder einzelne eine Flasche Wasser in der Hand, als wollte uns jemand erneut dezent auf unsere Idiotie hinweisen. 20 Minuten spaeter, 17.37 waren wir im Tal und sprinteten zum Hotel, ein weiterer Sprint um Bier und Bananen zu kaufen und um 17.58 Uhr sassen wir tatsaechlich mit einem Bier in der Hand im Abteil des Zuges nach Cusco. Es war geschafft.

English summary

After three weeks of language sessions did we book a tour to Machu Picchu. Joel, an Australien and Christian, a Kiwi, decided for a cheap Salkantay trek. The first day we discovered that the guide was an idiot, our spanish was almost as good as his english and we were not quite accustomed to the peruvian way of telling things. After waiting for 1,5 hours in front of our hostel, our journey, which was supposed to start at 4.30 took off at 6. Arriving at the starting point for the trek we got a bottle of rum stolen and after that they stole the hiking poles of Christian and Joel. Complaining on the side, it was great. We just turned it inot a race, trying to basicly run the trek, which wasn´t always to smart. Every day seemed completely different. After a landscape-wise a bit borring first day, we camped near the Salkantay mountain and hiked along the snowcapped giant to explore a moonscape on the other side. Having frozen for two days we descended into the jungle the third day and sweat was running down our necks, mixed with the dust from the dry path which cut through the luch green of the jungle. We ate in a restaurant without a roof and slept in a campground, which was not really a campside. Having discovered that we were the only idiots who haven´t had a hostel we were reassured having have picked one of the worse agencies.
Anyways, the trek was still beautiful and we finally arrived in Agua Caliente, at the foot of Machu Picchu. Some 80 km on the mileage, we walked up the Bingham highway to the site, another 90 minutes walk. After that we hiked Huayna Picchu Mountain and looked down at the archeological site. A guide showed us around, explained the culture of the Inkas, the mistery of Machu Picchu, the theories about its purpose and its abandonment after only around 100 years of occupancy. Tired and exausted did we look at Machu Picchu mountain, which stared down at us. The sun was burning and we dicided to give it a go. The last mission was to climb that one.
We did and it took us about an hour. We sat on top, looked around and finished the last drop of water. After that Christian, thanks to his hiking and living stile from then on only known as the Ozo (bear) convinced me of following a small path which seemed to disappear in the bushes. Apparently that leads to the sun gate he said. I didn´t really believe that, but followed anyways. It was madness. It was already after 3 and we had to catch the train, leaving the station some 1000 meters below us at 6. We found out that the path was leading into deep and luch jungle and spent the next 2 hours with falling down, crouching through niches, being tangled in lianes and roots, water was despirately needed. At one point I was literally walking in the air when I balanced on some roots I thought were growing out of the soil. Ideed they somehow had managed to grow 2 meters high and overgrown by some other stuff I realised that in the last moment and made it down safely. I lost the Ozo once, falling down a path with serious struggling to get back on the trek but shortly before 5 we were at the gate of sun only to take a picture and run all the way to the exit.
We made it in time, catching one of the last buses, but the shops were closed and all I got left was a weird taste from the coca leaves we started shewing while fighting through the jungle. We ran to the hotel, picked up the luggage, ran to a shop to buy beer and bananas and sprinted to the train were we sat happily in our seats drinking beer and giving our smelly feet some rest...

October 08

Peru - Sacred Vallley tour


Sacred Valley crewDer Helm drückt mir ins Gesicht, meine beiden Begleiter aus Neuseeland und Australien verschwimmen zu kleinen Punkten am Ende der Strasse. Die Landschaft fliegt an mir vorbei, wie eine Flickendecke erscheint sie. Felder in verschiedenen Braun- und Grüntönen sonnen sich im Morgenlicht, am Horizont gewaltige schneebedeckte Berge. Der Himmel ist satt blau und einige weisse Wolken krönen den Ausblick in eine wundersam neue Umgebung. Meine 250ccm Honda, oder was auch immer mir da unter den Allerwertesten geschweisst wurde, versucht mit den beiden 400ern mitzuhalten, die sich meine Inselfreunde ausgeliehen hatten. Nach rund 45 Minuten Fahrt kommen wir nach Chinchero, dem ersten Stop unserer Sacred Valley Tour. Wir schlendern durch den Markt, peruanische Grossmütter in ihren farbenfrohen Trachten versuchen mich zum Kauf von Decken und diversen anderen Souvenirs zu überzeugen. Ein kleiner Junge kämpft mit seiner Eiswaffel, die Hälfte der weissen Leckerei über sein Gesicht verteilend. Es herrscht ein reges Treiben. Ein alter Mann sitzt in einem Meer von Farben, umringt von Töpfen mit Pulvern in verschiedenen Tönen schaut er gelassen und mit der Erfahrung des Alters in die Runde. Mütterchen, die Gesichter gegerbt, durchzogen von tiefen Falten, die ihnen die Höhensonne ins Antlitz gebrannt hat, sitzen in ihren bunten Kleidern und schwatzen in der einheimischen Sprache Quecha. Nach dem Frühstück, bestehend aus Kartoffeln, einer gefüllten Chilli und Gemüse gehen wir hinauf zur Kirche von Chinchero. Chinchero market
Das weisse Gotteshaus steht wie so viele andere koloniale Bauten auf einer ehemaligen Inkastätte. Auf Grund eines strammen Zeitplans gehen wir noch kurz hinunter zu den Terassen, die die Inkas in die monumentale Landschaft gemeisselt hatten, sparen uns jedoch das Kircheninnere. Die Strasse auf eine rotbraune Piste verlassend biegen wir ab in Richtung Morray und nach weiteren 40 Minuten Fahrt durch eine an Schönheit nicht nachlassen wollende Landschaft erreichen wir eine Inkaruine der etwas anderen Art. Wir blicken hinunter auf etwas, was wie Zylinder wirkt, die in die Erde gepresst wurden. Der Ursprung von Morray ist ungewiss, wahrscheinlich älter als die Inka Kultur wurde es wohl vor mehr als 1000 Jahren angelegt. Die kreisförmigen Terassen, die kraterförmig in den besonders salz- und carbonathaltigen Boden gestanzt wurden haben Wissenschaftlern zufolge einen grossen Anteil an der Entwicklung verschiedener Maiskulturen, besonders geeignet für die spezielle Höhenlage, gehabt. Zwischen der ersten, obersten Stufe und der letzten Terasse wurden Temperaturunterschiede von 15 Grad gemessen. Somit konnte man mit Saatgut experimentieren, welches sich dann in den verschiedensten Regionen der Anden anbauen liess. Beeindruckt von den gewaltigen Ausmassen und der Kreativität der frühen Kulturen Südamerikas verlassen wir das „Gewächshaus der Inkas“, wie es von den Einheimischen genannt wird und setzen unsere Reise weiter fort in den Nordwesten des Geheiligten Tales. Wir machen Mittagspause, es war bereits nach 2, und ich wasche mir den Dreck aus dem Gesicht. Das weit verbreitete Pollo con papas fritas findet seinen Weg in meinen Magen. Das Hühnchen lecker, die etwas eigenartige und dem Körperumfang nicht wirklich gut tuende Variante der Pommes Frites dagegen weiterhin Gewöhnungssache.
Am späten Nachmittag kommen wir dann in Ollantaytambo an.Morray Am Vortag schon hatten wir Pisac besucht, eine Anlage erbaut auf einem Berg, der den Urabamba Fluss und das Tal überschaut. Über zwei Stunden waren wir durch verfallene Tempel und entlang der Maisterassen geklettert. Im gesamten Gebiet des Sacred Valley findet man kleine Tempel und Festungen, erbaut zur Zeit der Inkas. Ihren Höhepunkt erreichten sie bevor die Spanier kamen, als das Reich jedoch zwischen zwei Brüdern aufgeteilt wurde, war dies der Ursprung eines Bürgerkrieges, der der Verteidigung gegen die Europäer nicht gut tat. Nachdem die Spanier ihn als politische Marionette installiert hatten, gelang es Manco Inka im Jahr 1535 zu flüchten um ein weiteres Jahr später mit einer Armee zwischen 100000 und 200000 Mann zurückzukehren. Nach einer langen Schlacht waren die Spanier im grösstenteils zerstörten Cusco fast geschlagen, konnten sich jedoch befreien und die Angreifer zurückschlagen. Daraufhin zog sich Manco Inka ins weiter entlegene Ollantaytambo zurück, von wo aus er eine weitere Rebellion durchführte. Und hier standen wir nun. Endlose Stufen führten hinauf zur Festungsanlage, von wo aus wir das Tal überblicken konnten. Rätselhaft, wie man eine solche Festung vereinnahmen konnte. Belagerungen, wie sie im mittelalterlichen Europa der Fall waren, waren durch die Eigenversorgung der Festungsanlagen reine Zeitverschwendung. Und dennoch hatten die Spanier es nach 2 Versuchen und einer zahlenmässig weit überlegenen Kavalerie geschafft, den Inka und sein Gefolge in die Flucht zu schlagen. 1537 zog er sich weiter in den Dschungel zurück, ins schwer erreichbare Vilcabamba. Von dort aus herrschten die letzten Inkas noch über drei Jahrzehnte bis Tupac Amaru 1572 gefangengenommen und in Cusco zum Christentum „konvertierte“, um drei Tage später auf dem Plaza de Armas enthauptet zu werden.
view near MorrayDie Schatten werden länger und ein Blick auf die Uhr verrät, dass die Abenddämmerung nicht allzu weit ist. Ich lege mich auf das Motorrad, möglichst wenig Windwiderstand bietend und blicke auf den Tacho. 113 Stundenkilometer, mehr ist nicht drin. Die beiden 400ccm Maschinen vor mir entschwinden mehr und mehr, nach einer Weile erbarmen sich der Australier und der Neuseeländer jedoch und wir flügen gemeinsam durch das Geheiligte Tal. Wir passieren Pisac und die Nacht legt sich über das Land der Inkas. Was folgt, ist eine Hetzjagd, wobei mir der Gejagde unbekannt bleibt. Wahrscheinlich sind wir es, gehetzt von Hunger und Kälte, die sich nun unweigerlich breit macht. Joel, der Australier, gibt den Ton an und fliegt nur so um die Serpentinen. Jeder Anstieg hat zur Folge, das meine etwas schwachbrüstigere Maschine die Rücklichter der beiden anderen entschwinden sieht. 60 weitere pechschwarze Minuten später sind wir dann zurück in Cusco. 19.30 Uhr die Sehnsucht nach einer warmen Mahlzeit und einem Bier steigt erheblich...

English summary

Two guys from my language school, Joel, an Aussie and Christian from New Zealand hired dirt bikes to spend the day on the roads and paths of the Sacred Valley. The first stop was Chinchero, where we had a look at the Sunday market. A sea of colors was waiting for us, the traditional dresses, the blankets and souvenirs they were selling, everything in bright red, green, blue… We had breakfast and a short glimpse at the church, which was like so many colonial building built on top of an old Inca site. We hit the road again, arriving at Morray an hour or so later, after a ride through an astonishing landscape, which seemed like a patchwork blanket. The fields in brown, yellow and green were sitting in the sun and on the horizon some snowcapped giants were looking down at us. Morray is a ruin, which is quite different, which might be because there are no ruins. Indeed it was some kind of agriculture project, started by a preinca culture. It seems like circles or cylinders pressed into the ground. Terraces cascade from the surface to the bottom, which might be some 30m below. Scientists measured a difference of 15 degrees between the top and the lowest terrace whereas providing the Incas with the possibility of experimenting with different climates at the same spot. This might have been the key for the high altitude corn and coca production which was essential for the success of the population. It’s an amazing site because of its surreal views and the purpose it once served. After a quick stop for lunch we continued to Ollantaytambo, where the Incas sought refuge after they retreated from Cusco. Once the Spanish arrived in Cusco and installed a puppet Inca to run the show by themselves it was the very same puppet who escaped and returned to Cusco. Not alone but with some 100000 to 200000 soldiers. Somehow the Spaniards managed to survive and even captured the fortress of Sacsayhuaman which overlooks the city. Ollantaytambo was the next big battle and after an fruitless attempt the conquerors returned, outnumbering the Inca forces by far. Once more the Inca escaped, some two years of resistance had passed by. The Inca and his people went farther into the jungle establishing a new fortress and empire around Vilcabamba, where the last Inca Tupac Amaru was captured in 1572 after another 3 and a half decade of rebellion. He was brought to Cusco, converted to Christianity and beheaded on the plaza de armas three days later. The sun was slowly disappearing behind the mountains around the valley and we set off, another two hours later arriving in Cusco after a pretty dangerous nightrace through the mounains near Cusco.
 
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